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Seltenes Himmelsschauspiel steht bevor
Die Venus als kleiner Punkt vor der Sonne
Frühaufsteher können am Mittwoch zwischen etwa 4.40 und 6.55 Uhr ein äußerst seltenes Himmelsspektakel beobachten - den sogenannten Venustransit. Dabei schiebt sich die Venus als kleiner dunkler Punkt vor die Sonne.
Ob das Schauspiel von der Erde aus zu sehen ist, hängt aber natürlich davon ab, dass die Sonne zu sehen ist. Diesmal sind die Voraussetzungen dafür in unseren Breiten nicht ideal. Zum Zeitpunkt des Sonnenaufgangs in Deutschland befindet sich der etwa sechsstündige Transit bereits in der Schlussphase. Um 6.55 Uhr endet der Venusdurchgang bei uns. Die Sonne geht in Berlin um 4.46 Uhr auf, in Dresden um 4.52, in Hamburg um 4.53, in München um 5.15, in Frankfurt/Main um 5.17, in Köln um 5.20 und in Stuttgart um 5.22 Uhr.
Gute Chancen im Nordosten, praktisch keine im Westen
In den meisten dieser Städte wird sie aber von Wolken verdeckt sein. Die besten Chancen auf klare Sicht gibt es nach Angaben von Meterologen in Mecklenburg-Vorpommern sowie im Osten Brandenburgs und Sachsens. In einem Streifen von der Nordsee bis nach Baden-Württemberg stünden die Chancen hingegen "fast bei null", so ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes.
Von der Erde aus gesehen können nur zwei Planeten vor der Sonnenscheibe vorbei ziehen: die beiden, die die Sonne in einer engeren Umlaufbahn umkreisen als die Erde. Das sind Merkur und Venus. Bei der Venus geschieht dies nach einem komplizierten Muster. Zunächst gibt es einen Venustransit immer im Doppelpack innerhalb von acht Jahren, dann aber erst wieder nach 105,5 oder aber nach 121,5 Jahren. Zuletzt war das Schauspiel 2004 zu beobachten, die nächste Chance hat die Menschheit erst wieder 2117.
Animation: So läuft der Venustransit ab
06.06.2012
Dringend an Schutzbrille denken
Astronomen warnen ausdrücklich davor, das Schauspiel ohne geeignete Schutzvorkehrungen zu verfolgen. Nötig sei eine spezielle Sonnenfinsternis-Brille. Auf keinen Fall sollten Beobachter durch rußgeschwärzte Glasscheiben, belichtete Filme oder getönte Brillen zur Sonne schauen - schlimme Augenverletzungen können die Folge sein. Wer gar durch ein Fernglas oder Teleskop ohne Spezialfilter auf die Sonne blickt, nimmt sofortige Erblindung in Kauf.
Stand: 05.06.2012 19:35 Uhr
