Richter am Bundesverfassungsgericht | Bildquelle: dpa

Zusammenarbeit erlaubt Anwälte, Ärzte, Apotheker unter einem Dach

Stand: 02.02.2016 10:59 Uhr

Dürfen Anwälte, Ärzte und Apotheker zusammenarbeiten? Bislang galt: Nein! Doch das Bundesverfassungsgericht hat diese alte Regelung gekippt. So sei es für Medizinrechtler wichtig, fachlichen Rat in der eigenen Sozietät zu haben.

Von Klaus Hempel, ARD-Rechtsredaktion

Rechtsanwälte können sich künftig mit Ärzten und Apothekern zusammenschließen und gemeinsam in einer Sozietät zusammenarbeiten. Bisher war das nach der Bundesrechtsanwaltsordnung verboten. Doch diese Vorschrift verstoße gegen die Berufsfreiheit, die vom Grundgesetz geschützt sei, so das Bundesverfassungsgericht.

Die Verfassungsrichter verweisen darauf, dass sich Anwälte mit Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern zusammenschließen dürfen. Ärzte und Apotheker davon auszuschließen sei rechtswidrig. Der entscheidende Aspekt dabei: Ärzte und Apotheker sind wie Anwälte der Verschwiegenheit verpflichtet. Wenn sie vertrauliche Informationen weitergeben, machen sie sich strafbar. Deshalb gebe es keinen Grund, Anwälten die Zusammenarbeit mit Ärzten und Apothekern in einer gemeinsamen Sozietät zu verbieten.

Wenn Anwälte ihre Mandanten bestmöglich beraten wollen, könne es auch sehr wichtig sein, mit anderen Berufsgruppen unter einem Dach zusammenzuarbeiten, so die Richter. Man denke etwa an einen Fachanwalt für Medizinrecht. Für ihn und seine Mandanten kann es sehr hilfreich sein, wenn er gemeinsam mit einem Arzt eine Kanzlei gründen kann.

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