Schäden durch den Orkan an einem Regionalzug in Bayern | Bildquelle: dpa

Unwetter-Bilanz der Versicherungen 2015 "Niklas" verursachte ein Drittel aller Schäden

Stand: 28.12.2015 13:40 Uhr

2,1 Milliarden Euro mussten Versicherungen in Deutschland 2015 für Unwetterschäden zahlen. Besonders viel kostete Sturm "Niklas". Die Versicherungen erwarten, dass es solche Stürme künftig noch häufiger geben wird - und setzen ihre Hoffnungen auf das Klimaschutzabkommen von Paris.

Unwetter haben die deutsche Versicherungsbranche in diesem Jahr rund 2,1 Milliarden Euro gekostet - davon allein 750 Millionen Euro für die Schadensregulierung nach dem Sturm "Niklas" im vergangenen März. Mit Spitzengeschwindigkeiten von 192 Stundenkilometern zählte "Niklas" zu den fünf schwersten Winterstürmen in Deutschland seit 1997, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mitteilte.

Ein einziger Sturm verursacht ein Drittel aller Schäden

"Das Jahr 2015 zeigt wieder einmal eindrucksvoll, dass ein einziger Sturm gut ein Drittel der Schäden verursachen kann", erklärte Verbandspräsident Alexander Erdland bei der Vorlage der GDV-Unwetterbilanz. Verglichen mit anderen Jahren war 2015 für die Versicherungen aber relativ "billig". 2013 hatte die Branche insgesamt 5,9 Milliarden Euro für Unwetterschäden aufbringen müssen. Hauptgründe damals waren Hagelschäden und das Hochwasser im Juni 2013, von dem vor allem Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt betroffen waren. 1990 - im Jahr der Orkane "Vivian" und "Wiebke" - waren es sogar 8,3 Milliarden Euro.

"Klimaschutzabkommen ein deutlicher Fortschritt"

Sturmschäden Niklas | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Zerstörtes Dach an einer Schule in Sachsen-Anhalt - einer der Schäden durch Sturm "Niklas".

Der Versicherungsverband verwies angesichts der aktuellen Zahlen auf eine frühere Studie von Versicherern und Klimaforschern, wonach Sturmschäden bis zum Jahr 2100 um mehr als 50 Prozent zunehmen könnten. Stürme mit besonders hohem Schadenspotenzial, wie sie heute alle 50 Jahre vorkommen, könnten dann alle zehn Jahre auftreten.

"Angesichts dieser Herausforderungen ist das Klimaschutzabkommen von Paris ein deutlicher Fortschritt im Kampf gegen die Folgen der Erderwärmung", unterstrich Erdland. Entscheidend für den Erfolg des Abkommens sei jedoch, dass die selbstgesteckten nationalen Klimaschutzziele die Treibhausgasemissionen auch wirklich entscheidend begrenzen. Nur wenn die freiwilligen Verpflichtungen Wirkung entfalteten, bestehe die Chance, dass sich künftige Wetterextreme in einem erträglichen Maß bewegen werden.

Im Kampf gegen die Erderwärmung hatte sich die Weltgemeinschaft vor gut zwei Wochen in der französischen Hauptstadt auf ein weitreichendes Klimaschutzabkommen geeinigt. Die Vereinbarung sieht vor, die Erderwärmung auf 1,5 bis 2,0 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Erstmals sagten alle 195 beteiligten Staaten eigene Beiträge im Kampf gegen den Klimawandel zu.

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