Große Schäden nach Unwettern in Süd- und Ostdeutschland

Nächtliches Gewitter in der Nähe von Fürstenfeldbruck (Bayern) (Bildquelle: dpa)

Unwetter in Süd- und Ostdeutschland

Chaos auf Straßen und Schienen

Heftige Unwetter mit Gewittern und Orkanböen sind in der Nacht über den Süden und Osten Deutschlands hinweggezogen. In Baden-Württemberg kamen bei den Unwettern, die schon am Dienstagnachmittag begannen, zwei Menschen ums Leben. Beide wurden Opfer witterungsbedingter Verkehrsunfälle. Ein Mann erlitt durch einen umgestürzten Bauzaun Verletzungen, ein weiterer Mann wird vermisst.

Rund um Karlsruhe war der Verkehr durch umgestürzte Bäume und herabfallende Äste stark beeinträchtigt. In Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Raum herrschte eine ähnliche Lage. Durch aufsteigendes Wasser wurden hier zahlreiche Kanaldeckel aus ihren Schächten gehoben. Nach bisherigen Erkenntnissen richtete das heftige Unwetter allein dort einen Schaden von mehr als 650.000 Euro an.

Heftige Gewitter und Orkanböen in Süd- und Ostdeutschland
tagesschau 12:00 Uhr, 07.08.2013, Andreas Jöhrens, RBB

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Chaos am Mainzer Hauptbahnhof

Im rheinland-pfälzischen Mainz hatte das Unwetter vor allem für Chaos im Bahnverkehr gesorgt. Einige Züge hatten bis zu 160 Minuten Verspätung. Manche mussten gar zurück in die Bahnhöfe fahren, weil wegen Blitzeinschlägen, Sturmböen und entwurzelten Bäumen Strecken gesperrt wurden.

Mittlerweile gab die Deutsche Bahn Entwarnung. Die wetterunabhängigen Probleme für Bahnkunden in der Region Mainz bleiben jedoch. Weil das Mainzer Stellwerk der Bahn nicht genügend Personal hat, halten bis zum 11. August abends und nachts keine Fernzüge mehr in Mainz. Zudem fallen Regionalzüge aus.

Behinderungen auf vielen Bahnstrecken

Durch Blitzeinschläge, heftige Sturmböen und entwurzelte Bäume gab es auf zahlreichen Bahnstrecken im Bundesgebiet Behinderungen. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, mussten alle Fernstrecken von und nach Frankfurt am Main sowie der Abschnitt Nürnberg-Leipzig der ICE-Linie München-Berlin gesperrt werden.

Wegen einer durch das Unwetter beschädigten Oberleitung mussten zeitweise auch die Fernzüge zwischen Berlin und Hamburg umgeleitet werden. In Bayern war der Abschnitt der ICE-Linie München-Berlin zwischen Nürnberg und Leipzig zeitweise unpassierbar.

Unwetter in Deutschland (Bildquelle: dpa)
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Immer wieder musste die Feuerwehr ausrücken, um umgestürzte Bäume von den Schienen zu räumen. Für viele Gäste der Bahn wurde die Reise wegen teils stundenlanger Verspätung zu einer Geduldsprobe.

Auch in Bayern krachte es oft. In Feldkirchen setzte ein Blitz einen Bauernhof in Brand. Rund 250 Ferkel verendeten in den Flammen, wie die Polizei in Straubing mitteilte. In Regensburg schlug ein Blitz in ein Mehrfamilienhaus ein. Niemand wurde verletzt.

Hagel bringt Verkehr zum Stillstand

Ebenfalls aus Mittelsachsen, dem Erzgebirge und Chemnitz wurden Wolkenbrüche gemeldet. "Weltbewegende Schäden gab es aber nicht", sagte ein Polizeisprecher. In Chemnitz fuhr ein Blitz in ein Haus. "Die Familie hatte Glück. Sie war nicht zu Hause", sagte er weiter.

Auf der Autobahn 72 nahe dem Kreuz Chemnitz ging ein starker Hagelschauer nieder. "Eine Zeit lang ging hier nicht mehr viel. Der Verkehr stand still."

Unwetter in Deutschland (Bildquelle: dpa)
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Innerhalb weniger Minuten waren die Straßen im Berliner Stadtteil Tempelhof überflutet.

Großeinsatz in Berlin

Über Berlin und Teilen Brandenburgs entlud sich gegen Mitternacht ein Sommergewitter, das der Feuerwehr einen stundenlangen Ausnahmezustand bescherte. "In der Nacht mussten wir alleine in der Zeit von 22.05 bis 0.35 Uhr rund 180 Mal ausrücken", sagte ein Sprecher der Berliner Feuerwehr.

Vollgelaufene Keller mussten leergepumpt, umgestürzte Bäume zersägt und überflutete Straßen entwässert werden. Etliche Autos wurden durch herabfallende Äste beschädigt. Verletzt wurde niemand.

Ein umgekippter Sonneschirm liegt auf einem Auto (Bildquelle: dpa)
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Ein Sonnenschirm ist von starken Sturmböen in der Innenstand von Frankfurt am Main (Hessen) auf ein geparktes Auto gestoßen worden.

Losgerissene Brücke in Frankfurt am Main gesichert

In Hessen hatte das schwere Unwetter bereits am Dienstagnachmittag in kürzester Zeit Millionenschäden angerichtet. Mindestens vier Menschen wurden verletzt, darunter ein Kleinkind.

Die ganze Nacht hindurch arbeiteten Einsatzkräfte am Frankfurter Flughafen, um die 30 Meter lange und rund 4,2 Tonnen schwere Wartungsbrücke des Kongress- und Geschäftszentrums The Squaire zu sichern. Sie drohte nach dem Unwetter herabzustürzen.

Noch besteht Unwettergefahr

Auch für heute und morgen sagte der Deutsche Wetterdienst in einigen Regionen Unwetter voraus. Die Tage der großen Hitze sind zunächst vorbei. Im Norden erreichten die Temperaturen teilweise nur noch Werte um die 20 Grad Celsius, im Süden können sie auf bis zu 31 Grad steigen. Meist bleibt es freundlich bei einem Wechsel aus Sonne und Wolken.

Stand: 07.08.2013 10:45 Uhr

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