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29.05.2012

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Inland
Ein voll aufgeblähter Windsack: Sturmtief "Joachim" zieht über Europa.
Orkan "Joachim": Nach dem Sturm kommt die Kälte
Orkan "Joachim" zieht weiter

Nach dem Sturm kommt die Kälte

Auf seinem Weg in Richtung Nordosten hat Orkantief "Joachim" vor allem noch in Bayern und im Osten Deutschlands gewütet. Wo es bereits winterlich war, drohen Schneeverwehungen. Inzwischen erreichte der Sturm polnisches Gebiet.

Über Deutschland schwächte sich der Orkan weiter ab. Im Schwarzwald war es am Abend allerdings noch sehr stürmisch. Hier registrierten die Meteorologen Böen von bis zu 155 Stundenkilometer und warnten aufgrund starken Regens vor Erdrutschen. Auf dem Brocken im Harz erreichte der Wind in Spitzen bis zu 133 Stundenkilometer - das Hotel auf dem 1141 Meter hohen Berggipfel wurde evakuiert. Auf dem Wendelstein in Bayern wurden Böen von 170 Stundenkilometer gemessen.

Viele Unfälle, lange Staus

In Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland schwächte sich der Sturm dagegen etwas ab. Vor allem in Süd- und Mitteldeutschland hatte "Joachim" am Freitag mit Sturmböen, Regen und Schnee gewütet, zahlreiche Schäden angerichtet und teils zu erheblichen Verkehrsbehinderungen geführt. Die Polizei meldete zahlreiche Unfälle und kilometerlange Staus.

Auch im Flugverkehr kam es zu Beeinträchtigungen. Mehrere Maschinen flogen verspätet, Ausfälle gab es offenbar keine.

Lebensgefahr bei Waldspaziergängen

In Sachsen und Rheinland-Pfalz hatten die Behörden vor Waldspaziergängen gewarnt. In der Südpfalz waren wegen der Gefahr durch herunterstürzende Äste und Bäume viele Bahnstrecken vorübergehend für den Regionalverkehr gesperrt worden. In Kaiserslautern wurden S-Bahn-Gleise durch umgestürzte Bäume blockiert. Wegen der starken Niederschläge drohten Überschwemmungen an der Mosel und der Nahe.

In Sachsen musste der Grenzübergang nach Tschechien im erzgebirgischen Reitzenhain aufgrund starker Schneeverwehungen geschlossen werden.

Bilder:

Sturmtief Joachim: Frankreich Wimereux (Foto: dpa)
Bilderstrecke Orkanböen, Regen und Schnee Das Sturmtief Joachim zieht durch Europa. [mehr]

Geschlossene Weihnachtsmärkte und Schulen

Zehntausenden Schülern bescherte "Joachim" einen unterrichtsfreien Tag, den sie aufgrund des Wetters aber größtenteils zu Hause verbringen mussten.

In Karlsruhe, Friedrichshafen und Chemnitz wurden aufgrund der Sturmwarnung vorsorglich die Weihnachtsmärkte geschlossen. Auf der Münchner Theresienwiese öffnete das Tollwood-Winterfestival aus Sicherheitsgründen nicht. Mehrere Skigebiete stellten den Liftbetrieb ein. An der Zugspitze fuhr die Eibsee-Seilbahn nicht. Im Allgäu waren Fellhorn und Kanzelwand, die Hörnerbahn Bolsterlang und das Walmendinger Horn geschlossen.

Service:

Deutschlandkarte für Unwetterwarnung Link Aktuelle Unwetterwarnungen Wann erreicht des Orkantief Deutschland? Welche Landkreise sind betroffen?
Sturmtief Joachim (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Heftige Schneefälle im Osten Deutschlands, hier auf der Autobahn 75 in Thüringen]
Winterliche Verhältnisse sorgten auf der Autobahn A45 in Nordrhein-Westfalen für lange Staus. (Foto: dapd) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Winterliche Verhältnisse sorgten auf der A45 in Nordrhein-Westfalen für lange Staus.]
 

Fußballspiele abgesagt

"Joachim" wirbelt auch den Fußball-Spielplan durcheinander: In der Fußball-Bundesliga der Frauen hat der starke Regen für die Absage des Spiels zwischen dem Hamburger SV und dem Deutschen Meister Turbine Potsdam gesorgt.

Wegen der Unbespielbarkeit des Platzes in Hamburg kann die Partie am Sonntag nicht ausgetragen werden. Das teilte der Deutsche Fußball-Bund mit. Außerdem mussten mehrere Spiele in der Fußball-Regionalliga zunächst abgesagt werden.

Nach "Joachim" kommt die Kälte

Auch wenn das Orkantief nun abzieht, bleibt es in weiten Teilen Deutschlands stürmisch. Nach Angaben der Meteorologen wird es bei null bis vier Grad gleichzeitig deutlich kälter. Vor allem im Süden und Südosten sinkt die Schneefallgrenze bis ins Flachland. Weiter nördlich regnet es.

Danach soll es wieder milder werden. Laut Deutschen Wetterdienst stehen die Aussichten für eine weiße Weihnacht damit eher schlecht.

Stand: 17.12.2011 05:56 Uhr
 

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