Einsatzkräfte bei dem zusammengestürzten Zelt in Österreich | Bildquelle: dpa

Deutschland und Österreich Drei Tote und viele Verletzte nach Unwettern

Stand: 19.08.2017 15:15 Uhr

Tote, zahlreiche Verletzte und Verkehrschaos: Heftige Unwetter haben in Deutschland und Österreich schwere Schäden verursacht. Der Landkreis Passau rief Katastrophenalarm aus. In Österreich starben zwei Menschen, als ein Festzelt zusammenbrach.

Heftige Unwetter am Abend und in der Nacht haben vor allem im Süden Deutschlands und im Alpenraum schwere Schäden angerichtet. Bei einem Sturmunglück in Oberösterreich stürzte ein Festzelt mit 650 feiernden Gästen ein. Zwei Besucher starben, mindestens 20 Menschen wurden schwer und mehr als 100 leicht verletzt. Auch im Süden Deutschlands gab es mehrere Verletzte. In Niedersachsen kam bei einem Unfall während heftiger Regenfälle auf der A2 bei Auental ein Autofahrer ums Leben.

Das Unglück in Österreich passierte beim Auftakt eines Sommerfestes der Freiwilligen Feuerwehr in St. Johann am Walde, rund 70 Kilometer südlich von Passau. Die Unglücksstelle war am Morgen ein Ort der Verwüstung. Biertische und Bänke lagen umgestürzt am Boden, Pfosten der Zeltkonstruktion waren darauf gestürzt. Die Menschen seien in Panik davongerannt und hätten versucht, sich zwischen parkenden Autos in Sicherheit zu bringen, berichtete die lokale "Bezirksrundschau". Bei den Toten handelt es sich um einen 28-jährigen Einheimischen und eine 19-jährige Rumänin, die in der Region lebte.

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Unwetter trifft Alpenregion

Umgekippte Wohnwagen liegen in Fürth (Bayern).

Umgekippte Wohnwagen liegen in Fürth (Bayern). Heftige Unwetter und Stürme haben in weiten Teilen Bayerns für Chaos gesorgt. | Bildquelle: dpa

Orkanartige Sturmböen in Bayern

Auch in Bayern gab es zahlreiche Zerstörungen. Das südöstliche Oberbayern war laut Polizei von einem weit heftigeren Sturm überzogen worden als zunächst prognostiziert. Laut Deutschem Wetterdienst waren vor allem in Südbayern binnen kurzer Zeit Regenmassen niedergeprasselt. Hinzu kamen den Angaben zufolge schwere Sturmböen, einige seien mit weit mehr als 100 Kilometern pro Stunde orkanartig gewesen.

Der letzte Tag des Chiemsee-Summer-Festivals musste komplett abgesagt werden. Die Verwüstung auf dem Gelände bei Traunstein und die Schäden an den Bühnen seien zu groß, sagten die Veranstalter. Rund 50 Menschen mussten am Freitagabend medizinisch versorgt werden, darunter viele, die durch die Ereignisse verängstigt waren und psychologische Betreuung in Anspruch nahmen. 20 Menschen seien ins Krankenhaus gebracht worden, teilte ein Pressesprecher mit: "Es gibt keine lebensbedrohlichen Verletzungen, was uns sehr erleichtert." Die Festival-Veranstalter hatten Verletzte über Soziale Netzwerke zu Sanitätern dirigiert.

Katastrophenalarm in Passau

In Mittelfranken wurden Häuser abgedeckt und ein Wohnwagen umgeweht. Im oberfränkischen Meeder riss der Sturm eine Wanderhütte mit und schleuderte sie auf die Autobahn 73. Die Holzhütte mit einer Grundfläche von 4 mal 5 Meter stand rund 30 Meter neben der Autobahn und hatte vermutlich einer Windhose nicht standgehalten.

Umgestürzter Campingwagen in Fürth | Bildquelle: dpa
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In Fürth kippte der Sturm einen Campingwagen um.

Der Landkreis Passau rief Katastrophenalarm aus. Dort waren nach Angaben der Kreisverwaltung viele Gemeinden noch am Samstag ohne Stromversorgung. Einige Ortschaften seien von der Außenwelt abgeschnitten, da umgestürzte Bäume die Straßen versperrten.

Schäden in Heilbronn und Freiburg

Im Südwesten Deutschlands wurden ebenfalls mehrere Menschen verletzt, einige von ihnen schwer. Die Polizei und Feuerwehren im Land mussten am Freitagabend und in der Nacht zum Samstag zu Hunderten Einsätzen ausrücken. Die Schäden lassen sich noch nicht abschätzen. Allein in Heilbronn gingen innerhalb von drei Stunden etwa 250 Notrufe ein. Hauptsächlich seien durch Bäume blockierte Straßen, herabgestürzte Dachziegel und vollgelaufene Keller gemeldet worden. In Freiburg stürzte ein Baum in der Innenstadt auf eine Straßenbahnoberleitung, der Tramverkehr wurde daraufhin vorübergehend eingestellt.

Auch über Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zogen Unwetter hinweg, besonders traf es den Kreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt. Insgesamt mussten etwa 220 Feuerwehrleute zu rund 30 Einsätzen ausrücken, wie eine Feuerwehr-Sprecherin sagte. Der Wind habe Dächer abgedeckt und Bäume entwurzelt. Regen und Schlamm überfluteten einige Straßen.

In süd- und ostdeutschen Bundesländern war der Verkehr auf zahlreichen Bahnstrecken und einer Reihe von Straßen zeitweise unterbrochen. Mehrere Bahnstrecken in Bayern waren auch am Samstag noch gesperrt.

Schwere Unwetter in Deutschland
tagesschau 12:00 Uhr, 19.08.2017

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Über dieses Thema berichtete am 19. August 2017 NDR Info um 08:15 Uhr und die tagesschau um 12:00 Uhr.

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