Unwetter | Bildquelle: dpa

Unwetter im Nordosten Berlin im Ausnahmezustand

Stand: 30.06.2017 12:27 Uhr

Im Norden und Osten Deutschlands sind schwere Unwetter niedergegangen. Besonders heftig traf es Berlin, wo Keller vollliefen und Straßen überflutet wurden. Am Morgen beruhigte sich die Lage zwar. Dennoch waren noch viele Feuerwehrleute im Einsatz.

Berliner Feuerwehr @Berliner_Fw
#Unwetter 2536 Einsätze am 29.06.2017. Davon: ( Stand 23 Uhr) 1251 wetterbedingte Einsätze. der #Ausnahmezustand bleibt bestehen....

Ein stundenlanger Starkregen hat der Berliner Feuerwehr gestern Nachmittag und in der Nacht schwer zu schaffen gemacht. Der ausgerufene Ausnahmezustand galt am Morgen zunächst weiter. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hob die Unwetterwarnung für Berlin und Brandenburg zwar auf. Für den gesamten Nordosten und Norden warnte er allerdings weiter vor andauernden Regenfällen und Sturmböen.

Am Morgen war die Feuerwehr in Berlin noch mit rund 600 Feuerwehrleuten im Einsatz. Gestern Abend seien sie von etwa 550 ehrenamtlichen Helfern unterstützt worden, sagte Brandamtmann Björn Radünz von der Berliner Feuerwehr. Bis kurz vor Mitternacht gab es fast 1300 wetterbedingte Einsätze. Örtlich fiel binnen weniger als 24 Stunden mehr als doppelt so viel Regen wie normalerweise im ganzen Juni.

Unwetter | Bildquelle: dpa
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Entwurzelte Bäume in Berlin-Moabit

Unterspültes Haus evakuiert

Im Stadtteil Charlottenburg musste am Abend ein von den Wassermassen unterspültes Haus wegen möglicher Einsturzgefahr evakuiert werden. Später wurde es aber wieder freigegeben, und alle Bewohner konnten zurückkehren. U-Bahnhöfe liefen mit Wasser voll, eine der fünf meistbefahrenen Autobahnen Deutschlands, die A100, blieb wegen Überschwemmungen auch nachts abschnittweise gesperrt. Am Morgen waren aber keine weiteren Störungen auf der Autobahn bekannt.

Auf dem Flughafen Tegel wurden Flüge gestrichen und Maschinen umgeleitet. Am späten Abend teilte die Flughafengesellschaft dann mit, dass eine Ausnahme vom Nachtflugverbot erteilt wurde, um vielen Fluggästen die Weiterreise zu ermöglichen.

Massive Überschwemmungen in Teilen Deutschlands
tagesschau 17:00 Uhr, 30.06.2017, Andreas Jöhrens, ARD Berlin

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Öffentlicher Nahverkehr gestört

Auf vielen Berliner Straßen stand das Wasser zeitweise knöchelhoch, Taxis waren nur schwer zu bekommen, der S-Bahn-Verkehr war gestört, Busse fuhren teils nur mit großer Verspätung. Die Innenstadt war am Donnerstag teilweise lahmgelegt.

Auch in Brandenburg beruhigte sich die Lage am frühen Morgen etwas. Besonders betroffen war bis dahin der Süden. Immer wieder musste auch das Technische Hilfswerk mithelfen, um Häuser, Straßen und ganze Firmen von den Wassermassen freizupumpen. Es kam zu mehreren Unfällen mit Leichtverletzten.

Überfluteter Eingang zum U-Bahnhof Spichernstraße | Bildquelle: REUTERS
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Viele U-Bahnhöfe liefen voll,...

Unwetter in Berlin | Bildquelle: dpa
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...und das Wasser stand in den Straßen.

Starker Regen auch in Niedersachsen

Der DWD hatte am Abend seine Starkregen-Warnungen auf Norddeutschland ausgeweitet. Besonders heftig erwischte es dort zunächst einige Regionen Niedersachsens. In Hannover standen viele Straßen unter Wasser. Auch die Medizinische Hochschule sowie das Firmengelände des Reifenherstellers Continental waren betroffen. Im Raum Oldenburg stürzte das Dach einer Firma unter den Wassermassen ein. Verletzt wurde auch hier niemand.

Die übrigen norddeutschen Bundesländer blieben vorläufig von heftigeren Wasserschäden verschont. Nach Angaben der Polizei waren einige Warnungen für Mecklenburg-Vorpommern im Laufe der Nacht abgeschwächt worden.

Allgemein beruhigte sich am Morgen die Lage. Die Schäden waren weniger heftig als befürchtet. Für Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern warnte der Deutsche Wetterdienst dennoch auch für den gesamten Freitag vor langanhaltendem Starkregen.

Juni insgesamt warm, aber zu trocken

Trotz der zuletzt heftigen Unwetter war der Juni in der Wetterstatistik etwas zu trocken. Dabei gab es aber extreme Unterschiede zwischen Gebieten mit äußerst viel und sehr wenig Niederschlag. Vor allem im nördlichen Rheinland-Pfalz sowie im Rhein-Main-Gebiet war es deutlich zu trocken.

Insgesamt war der diesjährige Juni der viertwärmste seit Beginn der regelmäßigen Temperaturmessungen im Jahr 1881. Nur in den Jahren 2003, 1930 und 1917 war der Monat noch wärmer, berichtete der Deutsche Wetterdienst. Die Temperaturen lagen um 2,6 Grad über dem langjährigen Mittel.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. Juni 2017 um 20:00 Uhr und am 30. Juni 2017 um 04:58 Uhr.

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