Kinder in einer Kindertagesstätte | Bildquelle: dpa

Unterhaltspflicht Trennungskinder erhalten mehr Geld

Stand: 06.11.2017 11:45 Uhr

Unterhaltspflichtige müssen sich ab Anfang kommenden Jahres auf höhere Zahlungen für ihre Kinder einstellen. Die Bedarfssätze in der "Düsseldorfer Tabelle" steigen zum 1. Januar. Je nach Verdienst erhöhen sich die Sätze um bis zu acht Prozent.

Kinder getrennt lebender Eltern bekommen ab dem kommenden Jahr von ihren unterhaltspflichtigen Elternteilen mehr Geld. Die neue "Düsseldorfer Tabelle" tritt am 1. Januar 2018 in Kraft, wie das Oberlandesgericht Düsseldorf mitteilte. Die Tabelle regelt die Unterhaltszahlungen von getrennt lebenden Vätern und Müttern.

Der Mindestunterhalt für ein Kind bis sechs Jahre steigt demnach von bislang 342 auf 348 Euro. Für Jungen und Mädchen bis zum zwölften Lebensjahr liegt er bei 399 statt bisher 393 Euro. Für Kinder bis zum 18. Lebensjahr soll es mindestens 467 statt 460 Euro geben.

Kindergeld wird angerechnet

Für volljährige Kinder, die noch im Haushalt eines Elternteils leben, bleibt der Unterhalt unverändert bei 527 Euro.

Auch für unterhaltspflichtige Elternteile in den höheren Einkommensgruppen steigen die Bedarfssätze. Je nach Verdienst erhöhen sich die Sätze um fünf bis acht Prozent.

Auf den Unterhaltsbedarf muss das Kindergeld angerechnet werden, bei minderjährigen Kindern in der Regel zur Hälfte. Das Kindergeld beträgt ab dem 1. Januar 2018 für das erste und das zweite Kind je 194 Euro, für das dritte 200 Euro und für jedes weitere Kind 225 Euro.

Auch Einkommensgruppen werden angehoben

Erstmals seit 2008 werden auch die Einkommensgruppen angehoben. Die Tabelle beginnt ab dem 1. Januar 2018 mit einem bereinigten Nettoeinkommen bis 1900 Euro statt wie bisher bis 1500 Euro und endet mit bis 5500 Euro statt bisher bis 5100 Euro.

Auch der sogenannte Bedarfskontrollbetrag, der eine ausgewogene Verteilung des Einkommens zwischen dem Unterhaltspflichtigen und den Unterhaltsberechtigten gewährleisten soll, steigt an. In der ersten Einkommensgruppe entspricht er dem notwendigen Selbstbehalt. In der zweiten Einkommensgruppe wird der Betrag von bisher 1180 Euro auf 1300 Euro angehoben. In den folgenden Einkommensgruppen steigt er wie bisher um jeweils 100 Euro.

Der ausbildungsbedingte Mehrbedarf erhöht sich von 90 Euro auf 100 Euro.

Seit 1962 einheitliche Richtwerte

Die "Düsseldorfer Tabelle" war zuletzt zum 1. Januar dieses Jahres angepasst worden. Sie gibt seit 1962 einheitliche Richtwerte für die Berechnung des Familienunterhalts vor. Die Tabelle selbst hat keine Gesetzeskraft und ist eine allgemeine Richtlinie, die auch von den Gerichten bundesweit bei einer Unterhaltspflicht und Unterhaltsberechnung anerkannt wird.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 06. November 2017 um 14:15 Uhr.

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