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[Bildunterschrift: Die ehrenamtliche Vorsitzende von Unicef-Deutschland, Heide Simonis ]
Im Deutschen Komitee für Unicef ist es möglicherweise über Jahre hinweg zu Unregelmäßigkeiten gekommen. Es seien Unsummen für dubiose Beraterverträge und eigenmächtig veranlasste Bauarbeiten ausgegeben worden, berichtet die "Frankfurter Rundschau". Die ehrenamtliche Vorsitzende von Unicef Deutschland, Heide Simonis, bestätigte, dass seit einigen Monaten diverse Vorfälle intern geprüft würden.
Ein anonymes Schreiben, dem zunächst nicht viel Bedeutung beigemessen wurde, sei der Auslöser für die Untersuchungen gewesen. Mittlerweile lägen dem Vorstand Fakten und Zahlen vor, "die wir nicht nachvollziehen können", zitiert die "Rundschau" die ehemalige Ministerpräsidentin von Schleswig-Holstein.
Im Mittelpunkt der Kritik steht der Unicef-Geschäftsführer Dietrich Garlichs. Er sei dafür verantwortlich, dass ein ehemaliger Bereichsleiter von Unicef seit seiner Pensionierung üppige Honorare als "freier Mitarbeiter" kassiere. Seit Sommer 2005 habe der Ex-Mitarbeiter 300.000 Euro an Honoraren bekommen. Simonis sagte, dass sie weder von Verträgen diese Art wisse, noch woher dieses Geld komme. Garlichs wies die Vorwürfe gegenüber der Zeitung als "völligen Unsinn" zurück.
Undurchsichtig ist anscheinend auch der Umbau der Kölner Bundesgeschäftsstelle. Dessen Gesamtkosten belaufen sich auf fast eine Million Euro. Garlichs verteidigte den Umbau in der "Frankfurter Rundschau" mit dem Hinweis, es habe "natürlich einen Vorstandsbeschluss gegeben. Simonis wies dies zurück. Der Vorstand sei über den Umbau "nicht informiert" gewesen. Zudem sei ein derart teurer Umbau für viele nicht nachvollziehbar, da sich Unicef ausschließlich aus Spenden finanziere, so Simonis.
Das Kinderhilfswerk wies in einer Stellungnahme auf den seit Jahrzehnten geringen Verwaltungskostenanteil hin. Dieser liege bei Spenden immer unter zehn Prozent. Eine unabhängige Prüfungsgesellschaft überprüfe jedes Jahr die Finanzen und habe die Jahresabschlüsse regelmäßig mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehen. Das Kinderhilfswerk bestätigte zwar, dass von 2005 bis 2007 ein erfahrener Mitarbeiter nach seinem Ruhestand mit verschiedenen Aufgaben betraut worden sei. Zu seinem Honorar machte Unicef aber keine Angaben.
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