Nach EU-Türkei-Gipfel Noch ein weiter Weg bis zum "Durchbruch"

Stand: 08.03.2016 11:41 Uhr

War der EU-Türkei-Gipfel ein Durchbruch? Ja, sagt Bundeskanzlerin Angela Merkel - wenn das Beschlossene auch realsiert wird. Aber der Weg von einer grundsätzlichen Einigung bis hin zu einem Endergebnis kann in Brüssel sehr lang sein.

Wie ist der EU-Türkei-Gipfel zu bewerten? "Ich finde, den entscheidenden Satz hat die Bundeskanzlerin gesagt, wenn sie sagt: Das kann ein Durchbruch sein - wenn er denn realisiert wird", sagte ARD-Brüssel-Korrespondent Christian Feld.

Was die schnelle Umsetzung der beschlossenen Punkte angeht, äußerte sich Feld vorsichtig: "Wenn ich in meiner Zeit hier in Brüssel eines gelernt habe, dann: Der Weg von einer grundsätzlichen Einigung bis zu einem Endergebnis, der kann noch sehr, sehr lang sein." Es gebe noch viele Details, die erst noch konkret gemacht werden müssten, sagte Feld. Insbesondere die Frage nach der Visafreiheit für türkische Bürger stelle ein großes Fragezeichen dar.

Die Frage, ob die Zeit bis zum nächsten Gipfel ausreicht, um alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen, ließ Feld offen. Das könne man zu diesem Zeitpunkt noch nicht wissen. Falls die Verabredungen aber tatsächlich umgesetzt würden, könnte das weitreichende Folgen haben. Vor allem die Länder, die am liebsten gar keine Flüchtlinge aufnehmen würden, könnten dann kompromissbereiter sein. "Wir werden sehen, ob mit diesem neuen Türkei-Plan diese Gegner ihren Widerstand aufgeben", sagte Feld.

Christian Feld, ARD Brüssel, mit einer Einschätzung zum EU-Sondergipfel
ARD-Morgenmagazin, 08.03.2016

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