Schriftzug des Antrags auf Asyl

Zahl der Anträge steigt Immer mehr Türken suchen Asyl in Deutschland

Stand: 25.12.2016 10:19 Uhr

Die Zahl türkischer Asylanträge in Deutschland steigt weiter an: Von Januar bis November seien mehr als 5000 Anträge eingegangen, teilte die Bundesregierung mit. Einen expliziten Zusammenhang zum Putschversuch wollte sie aber nicht herstellen.

Die Zahl der Asylanträge türkischer Staatsbürger in Deutschland steigt weiter an. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Parlamentsanfrage hervor, aus der Zeitungen der Funke Mediengruppe zitieren. Demnach seien von Januar bis November dieses Jahres 5166 Asylanträge türkischer Staatsbürger eingegangen. Allein im November hätten 702 Türken Asyl in Deutschland beantragt. Im Januar seien es noch 119 gewesen. Fast 80 Prozent der Antragsteller seien Kurden.

Seit dem Putschversuch von Teilen des Militärs im Juli stiegen die Zahlen laut Bundesinnenministerium deutlich an, hieß es in dem Bericht. In der Türkei geht die Regierung seit Juli verstärkt gegen Oppositionelle, insbesondere kurdisch-stämmige Politiker, vor. Die Bundesregierung wollte allerdings erneut keinen expliziten Zusammenhang zwischen der steigenden Zahl der Asylanträge und dem Putsch herstellen. "Spekulationen zu möglichen Ursachen für den Anstieg der Zahlen nimmt die Bundesregierung nicht vor", schrieb sie in ihrer Antwort.

Die Linken-Politikerin Ulla Jelpke kommentierte die Entwicklung mit scharfer Kritik an der deutschen Türkei-Politik: "Die Türkei ist alles andere als ein sicherer Herkunftsstaat oder ein Ort an dem Flüchtlinge eine sichere Bleibe finden können", sagte sie den Funke-Zeitungen. Ankara führe einen "erbarmungslosen Krieg gegen die kurdische Bevölkerung". Jelpke forderte daher einen Stopp der Waffenexporte an die Türkei und ein Ende des EU-Flüchtlingsdeals.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 25. Dezember 2016 u.a. um 06:24 und 08:44 Uhr.

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