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Trittin gegen Aufführungsverbot

"Meinungsfreiheit erlaubt auch Idiotie"

Der anhaltende weltweite Zorn von Muslimen wegen des islamfeindlichen Mohammed-Videos befeuert in Deutschland die Diskussion über den Umgang mit dem Schmähfilm. Während sich Außenminister Guido Westerwelle in der "Welt am Sonntag" für die Prüfung eines Aufführungsverbots aussprach, stellte sich Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin klar dagegen.

"Dieser Film ist eine unsägliche Idiotie. Aber die Meinungsfreiheit erlaubt auch, unsägliche Idiotien zu verbreiten", sagte Trittin im Bericht aus Berlin. Es sei richtig, deutlich zu machen, dass die Deutschen keine antiislamische Hetze wollten. "Aber es wäre falsch, hier zum Mittel des Staates und des Verbotes zu greifen."

Bericht aus Berlin: Ulrich Deppendorf im Gespräch mit Jürgen Trittin (B90/Grüne Fraktionsvorsitzender)
Bericht aus Berlin 18:30 Uhr, 23.09.2012

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"Auch Religionen müssen sich Kritik stellen"

Die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen wie in Frankreich seien durch die Pressefreiheit gedeckt, sagte Trittin. "Auch Religionen müssen sich der Kritik stellen. Und auch Satire kann ein Mittel der Kritik sein." Aber man solle sich überlegen, ob man für ein Steigern der Auflage die Gefühle von Menschen verletzen müsse.

Außenminister Westerwelle wandte sich in einem Zeitungsinterview gegen den weiteren Abdruck von Mohammed-Karikaturen. Manchmal laute die Frage nicht, ob man etwas tun dürfe, sondern ob man es auch tun sollte. Zur Freiheit gehöre immer auch Verantwortung, sagte der Minister.

Gegen den Film "Die Unschuld der Muslime", in dem der Prophet Mohammed verunglimpft wird, gibt es seit mehr als anderthalb Wochen Proteste, vor allem in der islamischen Welt. Auch die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen durch das französische Blatt "Charlie Hebdo" hatte Empörung und Wut ausgelöst.

Stand: 23.09.2012 17:16 Uhr

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