Trauerfeier für Herzog | Bildquelle: REUTERS

Abschied von Roman Herzog "Er hat uns Deutschen gutgetan"

Stand: 24.01.2017 12:59 Uhr

Der "Ruck", den Herzog gefordert hatte, sei sprichwörtlich geworden: So hat Bundespräsident Gauck den Alt-Bundespräsidenten im Berliner Dom gewürdigt. Zwei Wochen nach dessen Tod nahmen Politiker und Kirchenvertreter beim Trauerstaatsakt Abschied.

Zwei Wochen nach dem Tod des früheren Bundespräsidenten Roman Herzog haben seine Familie und führende Politiker mit einem Trauerstaatsakt Abschied genommen. "Er hat uns Deutschen gut getan", sagte Bundespräsident Joachim Gauck in seiner Trauerrede im Berliner Dom.

Trauergottesdienst und Staatsakt zum Abschied von Roman Herzog
tagesschau 20:00 Uhr, 24.01.2017, Thomas Kreutzmann, ARD Berlin

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Er würdigte Herzogs Plädoyer für Veränderungen. Am allermeisten sei im Gedächtnis, wie Herzog als Bundespräsident in seiner berühmten "Berliner Rede" praktisch alle politischen und gesellschaftlichen Gruppen aufforderte, gewohnte Wege zu überdenken und - wo möglich - sich auf neues Terrain zu begeben, sagte Gauck. "Der 'Ruck' durch unser Land, den er von allen forderte, das ist ja sprichwörtlich geworden."

"Abschiede von der alten Bundesrepublik"

Gauck sprach Herzog auch eine "unbändige Spottlust" zu. Er habe einfach nicht anders gekonnt, "als aus allem allzu Aufgeblasenen die Luft herauszulassen". "Eine solche Haltung hat wohl nur jemand, der genau und scharf unterscheiden kann zwischen dem, was wirklich wertvoll und wichtig ist und was nicht", sagte der Bundespräsident. Auch deswegen habe Herzogs Präsidentschaft den Deutschen gut getan.

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Zum Tod von Altbundespräsident Roman Herzog

Roman Herzog

Altbundespräsident Roman Herzog ist tot. Er starb im Alter von 82 Jahren. Vom 1994 bis 1999 war er Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. Herzog wurde am 5. April 1934 in Landshut/Bayern geboren. | Bildquelle: dpa

Der scheidende Bundespräsident verwies darauf, dass er in seiner nun endenden Amtszeit bereits zum dritten Mal die traurige Pflicht habe, einen Vorgänger zu verabschieden. Mit dem Tod der Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, Walter Scheel und nun Herzogs scheine es, als seien diese Abschiede auch so etwas wie endgültige Abschiede von der alten Bundesrepublik. Herzog sei zwar als erster schon im vereinigten Deutschland gewählt worden, aber erst in seine Amtszeit sei der Umzug von Bonn nach Berlin gefallen.

"Botschafter der Versöhnung"

Die Feierlichkeiten im Berliner Dom begannen mit einem Gottesdienst. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, würdigte dabei vor allem Herzogs Einsatz für die Verständigung mit den östlichen Nachbarn Deutschlands. Herzog sei "als Präsident zum Botschafter der Versöhnung geworden".

Der von Herzog 1996 eingeführte Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar werde immer mit seinem Namen verbunden bleiben, sagte Bedford-Strohm. Herzog habe damit "eine Erinnerungskultur unterstrichen und gestärkt, die Liebe zum eigenen Land nicht mit Selbstrechtfertigung und Verdrängen der eigenen dunklen Seiten verwechselt, sondern echte Stärke eine eines Landes genau darin sieht, dass es die dunklen Seiten ehrlich in den Blick nimmt und daraus für die Zukunft lernt".

Militärisches Abschiedszeremoniell

Nach Gauck sprachen beim Staatsakt auch EU-Ratspräsident Donald Tusk und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). Die von Gauck nach Herzogs Tod angeordnete Zeremonie schließt mit einem militärischen Abschiedszeremoniell.

Herzog war am 10. Januar im Alter von 82 Jahren im Krankenhaus im baden-württembergischen Bad Mergentheim in der Nähe seines letzten Wohnorts Jagsthausen gestorben. Er war von 1994 bis 1999 der siebte Bundespräsident. Von 1973 bis 1991 war Herzog Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 24. Januar 2017 um 20:00 Uhr.

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