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Nach Organspendeskandal Die Kontrollen wirken

Stand: 06.12.2017 14:35 Uhr

Vor fünf Jahren erschütterte der Organspendeskandal das Gesundheitswesen. Seitdem haben Kliniken und Ärzte die Kontrollen verschärft, um Betrug zu verhindern. Nun zogen die Prüfer eine positive Bilanz. Nur in drei Fällen stellten sie Unregelmäßigkeiten fest.

Nach einer Prüfung von Organtransplantationszentren haben die zuständigen Kontrolleure eine positive Zwischenbilanz gezogen. Das erklärte die bei der Bundesärztekammer angesiedelte Prüfungs- und Überwachungskommission in ihrem Jahresbericht.

Auffälligkeiten an drei Kliniken

In Programmen zu Lungen-, Nieren- und Bauchspeicheldrüsentransplantationen gab es dabei keine Auffälligkeiten. Auch die Programme für Herz- und Lebertransplantationen arbeiteten zum größten Teil korrekt. Probleme gab es lediglich in den Transplantationsprogrammen der Universitätskliniken in Berlin, Göttingen und Essen. Unregelmäßigkeiten dort waren bereits bekannt und Gegenstand von Untersuchungen.

Laut den Prüfern lagen am Berliner Herztransplantationszentrum ab Frühjahr 2014 keinerlei Anhaltspunkte auf systematische Verstöße oder Manipulationen mehr vor. Die Göttinger Universitätsklinik habe sich seit der Prüfung der vorangegangenen Kontrollperiode 2012 "im Wesentlichen" richtlinienkonform verhalten sowie Fehler aus der Vergangenheit korrigiert. In Essen gab es Verstöße gegen eine Ausnahmeregelung bei der Wartelistenanmeldung bei Leberkrebs.

Der Vorsitzende der Überwachungskommission, Hans Lippert, sagte aber: "Was nützt es, dass alles gut läuft, alle ordentlich arbeiten - und keine Organe sind da." Er verwies damit auf den deutlichen Rückgang der Spendenbereitschaft in Folge früherer Organspendeskandale. Damals waren Wartelisten manipuliert worden, wodurch bestimmte Patienten schneller ein Spenderorgan bekamen. "Wir werden auch künftig jeder Unregelmäßigkeit nachgehen, um so das Vertrauen in die Organspende weiter zu stärken", erklärte Lippert.

1900 Krankenakten überprüft

Das Gremium war nach dem Organspendeskandal eingerichtet worden und prüft seit 2012 in Dreijahresabständen, ob die deutschen Transplantationszentren bei der Vermittlung von Spenderorganen und der Organisation ihrer Wartelisten gegen die Richtlinien verstoßen. Diesmal analysierten die Prüfer die Krankenakten von 1900 Empfängern an 59 Transplantationszentren zwischen 2013 und 2015.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 06. Dezember 2017 um 14:00 Uhr.

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