Ein Stahlarbeiter vor einem Hochofen | Bildquelle: dpa

Thyssenkrupp und Tata Belegschaft ebnet Weg für Fusion

Stand: 05.02.2018 16:59 Uhr

Die Mitarbeiter von Thyssenkrupp Steel haben sich für eine Fusion mit Konkurrent Tata ausgesprochen. Sie setzen auf eine Garantie für Arbeitsplätze und Standort, doch es drohen auch Kündigungen.

Mit einer deutlichen Mehrheit hat sich die Belegschaft der Stahlsparte von Thyssenkrupp für eine geplante Fusion mit dem indischen Konkurrenten Tata ausgesprochen. 92,2 Prozent der Stahlkocher haben einem entsprechenden neuen Tarifvertrag zugestimmt. Das teilte die IG Metall in Düsseldorf mit.

Alles neu nach dem "Ja"?

Das "Ja" zum Tarifvertrag beinhaltet auch eine Zustimmung zu einer Neuordnung des gesamten Konzerns. In Zukunft will der Chef des Unternehmens, Heinrich Hiesinger, das Augenmerk verstärkt auf die Industriesparte mit Aufzügen und Autokomponenten lenken. Hiesinger hatte zuvor immer wieder auf Probleme im Stahlgeschäft hingewiesen: Vor allem Überkapazitäten machten den Stahlkochern zu schaffen.

Zwei Männer schütten die Stimmzettel einer Urne aus. | Bildquelle: dpa
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92,2 Prozent der Belegschaft von Thyssenkrupp Steel haben sich für den neuen Tarifvertrag ausgesprochen.

Keine Abstimmung über Fusion an sich

Bei der IG Metall sprach man von einem "überragenden Ergebnis". Zugleich sagte ein Sprecher, es sei nicht über die Fusion an sich abgestimmt worden, denn diese Entscheidung könne nur im Aufsichtsrat von ThyssenKrupp beschlossen werden.

Meilenstein vor der Fusion

Die Abstimmung der etwa 20.000 Beschäftigten galt als Meilenstein auf dem Weg zur Fusion. Betriebsrat und Gewerkschaft hatten im Vorfeld für eine Zustimmung geworben - obwohl diese auch negative Konsequenzen nach sich ziehen könnte. Denn die Angestellten der Stahlsparte erhalten zwar eine Beschäftigungsgarantie bis zum 30. September 2026. Doch das Unternehmen will an der geplanten Streichung von 2000 Stellen in Deutschland festhalten.

Millionenschwere Einsparungen

Die Fusion mit Tata soll im Frühjahr abgeschlossen sein. Der endgültige Zusammenschluss könnte danach bis Ende des Jahres über die Bühne gehen. Thyssenkrupp und Tata hoffen auf immense Einsparungen: 400 bis 600 Millionen Euro jährlich sollen es sein.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Februar 2018 um 17:00 Uhr.

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