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Thierse scheidet aus Bundestag aus

Nach 23 Jahren macht Thierse Schluss

Der frühere Bundestagspräsident Wolfgang Thierse scheidet nach 23 Jahren aus dem Bundestag aus. "Nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschieden, bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr nicht wieder anzutreten", teilte der 68-jährige Sozialdemokrat auf seiner Homepage mit. Er verwies darauf, im Oktober 2013 nunmehr 70 Jahre alt zu werden.

Wolfgang Thierse
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Will nach 23 Jahren im Bundestag nicht mehr für diesen kandidieren: SPD-Politiker Thierse

"Ich habe mich mit vielen Themen befassen können, war an wichtigen politischen Entscheidungen beteiligt und war, so glaube ich, eine vernehmbare Stimme für Ostdeutschland und Berlin", fügte er hinzu. Seine Aufgaben als Abgeordneter und Vizepräsident des Bundestags werde er bis zum Ende der Wahlperiode wahrnehmen.

Der gebürtige Breslauer kam vor der politischen Wende in der DDR zur SPD und wurde 1990 Vorsitzender der damaligen DDR-SPD. Bis 1998 war der Kulturwissenschaftler stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion im Bundestag und danach zwei Wahlperioden bis 2005 Präsident des Deutschen Bundestages.

Seit 2005 ist Thierse, der zuletzt über die Berliner Landesliste ins Parlament kam, einer der Stellvertreter von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU).

Generationswechsel im Parlament

Auch viele andere Polit-Veteranen wollen zur Wahl in einem Jahr den Platz im Bundestag räumen. Dazu gehört Ex-Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU), der 37 Jahre im Parlament saß. Bei der CDU tritt der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Ruprecht Polenz, ab - ebenso Rita Pawelski, die Vorsitzende der Unionsfraktionsfrauen.

Wolfgang Thierse im Gespräch mit einem Abgeordneten bei einer Sitzung der Volkskammer.
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Thierse im Gespräch mit einem Abgeordneten der ersten frei gewählten Volkskammer der DDR

Von der früheren SPD-Ministerriege hat bislang nur Heidi Wieczorek-Zeul (Entwicklung) nach sieben Wahlperioden ihren Verzicht mitgeteilt. Als wahrscheinlich gilt, dass auch der frühere SPD-Chef und Vizekanzler Franz Müntefering ausscheidet. Zudem kündigte der frühere Staatsminister im Kanzleramt, Rolf Schwanitz aus Sachsen seinen Rückzug an. Auch der frühere SPD-Fraktionschef Hans-Ulrich Klose will nach 30 Jahren gehen, der SPD-Innenexperte Dieter Wiefelspütz nach 26 Jahren.

Bei der FDP zieht sich der frühere Partei- und Fraktionschef Wolfgang Gerhardt aus Hessen ebenso zurück wie Wirtschafts-Staatssekretär Ernst Burgbacher. Bei den Grünen kandidiert der Rechtspolitiker und frühere Berliner Senator Wolfgang Wieland nicht mehr.

Stand: 28.08.2012 14:41 Uhr

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