Bundweswehrsoldaten | Bildquelle: dpa

Vorschlag zur Personalplanung Die Bundeswehr soll wachsen

Stand: 21.02.2017 15:44 Uhr

In den kommenden sieben Jahren könnte die Bundeswehr deutlich größer werden. Bis 2024 sollten die Streitkräfte auf 198.000 Soldaten und 61.400 zivile Mitarbeiter wachsen. Hintergrund sind gestiegene Anforderungen, aber auch eine neue Arbeitszeitrichtlinie. Von C. Thiels.

Von Christian Thiels, tagesschau.de

Auslandseinsätze in aller Welt, Bedrohung durch Hacker-Angriffe, Unterstützung der Bündnispartner in der NATO - die Aufgaben der Streitkräfte wachsen. Und mit ihnen offenbar auch der Bedarf an Personal. So zumindest sieht es das Personalboard des Verteidigungsministeriums.

Das Gremium, von Ministerin Ursula von der Leyen 2016 eingeführt, soll statt starrer Personalvorgaben der Vergangenheit flexiblere Planungen bei der erforderlichen Anzahl ziviler Mitarbeiter und Soldaten ermöglichen. Dafür wird regelmäßig der Bedarf der Streitkräfte mit Blick auf Aufgaben und Bedrohungslage analysiert und die Personalplanung entsprechend angepasst. Die jüngste Empfehlung der Personalplaner sieht vor, bis 2024 zusätzlich 5000 militärische und 1000 zivile Dienstposten zu schaffen. Außerdem seien 500 weitere Stellen für Reservisten notwendig. Insgesamt würde damit die Sollstärke der Bundeswehr auf 198.000 Soldaten steigen. Aktuell dienen rund 168.000 Militärs auf festen Dienstposten - gerechnet ohne freiwillig Wehrdienstleistende.

Hintergrund des erhöhten Personalbedarfs ist laut Ministerium unter anderem die Beschaffung von zusätzlichen Korvetten für die Marine. Dafür benötigt die Bundeswehr mehr Matrosen für die Besatzungen. Auch die Aufstellung eines eigenen Bereichs "Cyber" für die Abwehr von elektronischen Angriffen auf Computernetzwerke macht mehr und vor allem hochqualifiziertes Personal erforderlich. Auch die Aufstellung eines zusätzlichen Panzerbataillons geht nur mit mehr Soldaten. "Mit ihren Aufgaben muss auch die Bundeswehr wachsen dürfen", betont Verteidigungsministerin von der Leyen.

Ursula von der Leyen | Bildquelle: REUTERS
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Fordert mehr Personal: Verteidigungsministerin von der Leyen

Höhere Anforderungen, mehr Personal

Sie rechnet damit, dass die Anforderungen an die Bundeswehr eher noch steigen werden. Allerdings braucht die Chefin im Wehrresort auch mehr Personal, weil sie in ihrem Haus die EU-Arbeitszeitrichtlinie eingeführt hat. Überstunden müssen demnach durch Freizeit ausgeglichen werden. Auf vielen Dienstposten in den Streitkräften fehlt deshalb aktuell Personal. Den Personalzuwachs will von der Leyen hauptsächlich durch Erhöhung der Einstellungsquoten erreichen.

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Doch das dürfte sich als nicht so einfach erweisen. Trotz großer Werbekampagnen wird der Truppe nicht gerade das Kasernentor eingerannt. Die Bundeswehr soll der "attraktivste Arbeitgeber Deutschlands" werden, hat von der Leyen angekündigt. Bislang ist das aber noch nicht von gewaltigem Erfolg gekrönt. Wohl auch deshalb soll qualifiziertes Personal, das eigentlich für den vorgezogenen Ruhestand vorgesehen war, länger in der Truppe gehalten werden.

Gleichzeitig will sie sich darum bemühen, dass das durchschnittliche Renteneintrittsalter in der Armee steigt - allerdings unter Beibehaltung der bisherigen rechtlichen Regelungen. Die sehen vor, dass Soldaten bislang deutliche früher in Ruhestand gehen als Arbeitnehmer in der freien Wirtschaft. Regulär ausscheidende Zeitsoldaten will man für eine Tätigkeit als zivile Mitarbeiter in der Bundeswehr gewinnen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk in den Nachrichten am 21. Februar 2017 um 16:00 Uhr

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