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Kambodscha hat die Ausweisung des gestürzten thailändischen Regierungschefs Thaksin Shinawatra an Thailand offiziell abgelehnt. "Die Mitarbeiter der thailändischen Botschaft haben heute morgen um die Festnahme von Thaksin gebeten. Unsere Antwort: Wir weisen dies zurück", teilte ein Regierungssprecher mit.
[Bildunterschrift: Thaksin Shinawatra: Der gestürzte thailändische Regierungschef soll in Kambodscha als Regierungsberater arbeiten. ]Der 2006 gestürzte Thaksin war im August 2008 ins Ausland geflohen, um einer zweijährigen Gefängnisstrafe wegen Korruption in seinem Heimatland zu entgehen. Am Dienstag war er in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh eingetroffen, wo er als Regierungsberater arbeiten soll. Die neue Aufgabe in Kambodscha führte zu Spannungen mit Thailand. Bangkok rief in der vergangenen Woche seinen Botschafter aus dem Nachbarland zurück und will auch seine Hilfszahlungen an Kambodscha einstellen. Die Grenze soll aber offen bleiben.
Die Beziehungen Thailands zu Kambodscha sind bereits seit Mitte 2008 gespannt, als die UNESCO einen Tempel im Grenzgebiet, dessen Haupteingang auf thailändischer Seite liegt, als kambodschanisches Gebäude auf die Weltkulturerbe-Liste aufnahm - zum großen Ärger thailändischer Nationalisten. Der Internationale Gerichtshof in Den Haag hatte bereits 1962 entschieden, dass die Ruinen von Preah Vihear zu Kambodscha gehören.
Bei der Organisation der südostasiatischen Staaten ASEAN wird die politische Spannung zwischen den beiden Mitgliedsländern mit Sorge betrachtet. Kambodscha und Thailand müssten alles tun, um eine Eskalation zu vermeiden, sagte Singapurs Außenminister George Yeo und sein indonesischer Amtskollege Marty Natalegawa.
Thaksins Sturz spaltet die thailändische Gesellschaft bis heute. Er hat breite Unterstützung unter den Armen in Thailand, weckte aber mit populistischen Maßnahmen den Argwohn der alteingesessenen Eliten in Bangkok. Kürzlich soll er sich in einem Interview missbilligend über das Königshaus geäußert haben und Reformbedarf angemahnt haben. Er wurde vor drei Jahren vom Militär gestürzt. Seit Ende März machen seine Anhänger gegen die neue Regierung von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva mobil.
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