Brandenburger Tor in Berlin

Erkenntnisse von Ermittlern Terrorverdächtiger spähte Reichstag aus

Stand: 10.11.2016 16:15 Uhr

Ein wegen Mitgliedschaft in der Terrormiliz "Islamischer Staat" angeklagter Syrer soll in Berlin den Reichstag, das Brandenburger Tor und den Alexanderplatz für mögliche Anschläge ausgespäht haben. Das teilte der Bundesgerichtshof mit.

Ein terrorverdächtiger Syrer hat nach Erkenntnissen von Ermittlern Anschlagsziele in Berlin rund um den Reichstag, das Brandenburger Tor und den Alexanderplatz ausgespäht.

Der junge Mann habe sich besonders dafür interessiert, wie viele Menschen und Reisebusse sich jeweils zu welcher Zeit an diesen Orten befanden, heißt es in einem Beschluss des Bundesgerichtshofes (BGH) in Karlsruhe, mit dem die Untersuchungshaft für den Beschuldigten um weitere drei Monate verlängert wurde. Der Mann habe die mutmaßlichen Anschlagsziele bis Februar 2016 für die Extremistenmiliz IS ausgekundschaftet und seine Erkenntnisse dann telefonisch einem Kontaktmann in Syrien mitgeteilt.

Der Verdächtige war im März festgenommen worden und ist seither in Untersuchungshaft. Die Ermittler werfen ihm vor, seit Juli 2013 zunächst in Syrien für den IS tätig gewesen zu sein. Nach seiner Ankunft in Deutschland im August 2015 habe er über sein Handy weiter Kontakt mit der Extremistengruppe gehalten.

Spätestens ab Januar 2016 habe er nach Syrien zurückkehren wollen, um dort am bewaffneten Kampf des IS teilzunehmen. Anfang März habe er einem IS-Mann, der von Syrien aus Attentäter für den IS in Europa rekrutieren sollte, außerdem seine Bereitschaft erklärt, entweder als Kontaktmann für solche Attentäter zur Verfügung zu stehen oder auch selbst einen Anschlag in Deutschland verüben zu wollen.

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