Angst vor Billigkonkurrenz aus dem Internet Europas Taxifahrer gegen Uber

Stand: 11.06.2014 15:20 Uhr

Berliner Taxifahrer haben gegen neue Konkurrenz aus dem Internet demonstriert. Nach Angaben der Organisatoren starteten am Mittag rund 1000 Taxen zu einer Sternfahrt zum Olympiastadion. Ihr Protest richtet sich gegen Anbieter, die mittels Handy-Apps nicht ausgebildete Privatfahrer vermitteln, etwa das amerikanische Start-up Uber oder die deutsche Firma WunderCar.

"Die Taxifahrer gehen auf die Straße, weil hier eine rechtswidrige Form der Beförderung stattfindet und das den Wettbewerb verzerrt", sagte Michael Müller vom Deutschen Taxi- und Mietwagenverband. Die Fahrer forderten die Politik auf, solche Geschäftsmodelle zu unterbinden.

Proteste auch in Hamburg

Auch in Hamburg versammelten sich rund 200 beigefarbene Autos zum Protest gegen den App-Anbieter, der ihrer Meinung nach ihren Berufsstand gefährdet. Von der Innenstadt zog der Autokorso in die Hafencity, wo der deutsche Uber-Mitbewerber WunderCar seinen Hauptsitz hat. In der Hansestadt verbot die Wirtschaftsbehörde vor wenigen Tagen die Fahrtenvermittlung via WunderCar-App. In Köln und München waren ebenfalls Protestfahrten angemeldet.

Flughafen in Paris blockiert

Auch in anderen Großstädten auf der ganzen Welt versammelten sich Tausende Taxen, um gegen die Billigkonkurrenz aus dem Internet zu protestieren - Uber bietet seine App in 128 Städten in 37 Ländern an. In London wollten rund 12.000 Cabs den zentralen Trafalgar Square stilllegen, um auf ihre Probleme aufmerksam zu machen. In Paris blockierten mehrere Hundert Taxifahrer kurzzeitig den Verkehr an den internationalen Flughäfen Charles de Gaulle und Orly und rollten anschließend im Schneckentempo in Richtung Innenstadt. In Madrid wurde der Aufruf zum Streik von den Taxifahrern nach Angaben ihrer Berufsverbände zu 100 Prozent befolgt.

Die Taxifahrer sehen ihr Geschäft von Anbietern bedroht, die über Handy-Apps Fahrer vermitteln. Aus ihrer Sicht gibt es einen unfairen Wettbewerb, weil für die neuen Rivalen aus dem Internet die strikte Regulierung des Taxi-Gewerbes ausgehebelt sei. Ein rotes Tuch ist für sie vor allem die US-Firma Uber.

In Madrid machten Taxifahrer mobil gegen die Fahrtenvermittlung via Smartphone-App. | Bildquelle: dpa
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In Madrid machten Taxifahrer mobil gegen die Fahrtenvermittlung via Smartphone-App.

Taxifahrer in Paris blockierten den internationalen Flughafen Charles de Gaulle. | Bildquelle: dpa
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Taxifahrer in Paris blockierten den internationalen Flughafen Charles de Gaulle.

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