Ein Streikender bläst bei einer Kundgebung der IG Metall in seine Trillerpfeife. | Bildquelle: dpa

Metall-Tarifverhandlungen gescheitert Die Zeichen stehen auf Streik

Stand: 27.01.2018 14:12 Uhr

Nach dem Abbruch der Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall ganztägige Warnstreiks in 250 Betrieben angekündigt. Die Metall-Arbeitgeber wollen vor Gericht ziehen.

Im Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie sind die Verhandlungen in der fünften Runde in Baden-Württemberg ergebnislos abgebrochen worden. Der Arbeitgeberverband Südwestmetall sprach von "nicht erfüllbaren Bedingungen" seitens der Gewerkschaft IG Metall. Der Vorstand der IG Metall beschloss ganztägige Warnstreiks.

"Keine Absicht zur Einigung"

Die Arbeitgeber hätten eine Verhandlungslösung verweigert und "nie die Absicht zur Einigung" im Tarifstreit gehabt, sagte IG-Metall-Chef Jörg Hofmann zur Begründung.

Aufgerufen wird demnach zu Warnstreiks in über 250 Betrieben in der kommenden Woche. Die Arbeitsniederlegungen stehen unter dem Vorbehalt positiver Mitgliedervoten in den ausgewählten Betrieben. Diese sollen am Montag und Dienstag organisiert werden. Außerdem habe der Vorstand die Bezirke dazu aufgerufen, Vorbereitungen für Urabstimmungen über Flächenstreiks zu treffen, sagte Hofmann weiter.

Jenni Rieger, SWR, zum Abbruch der Metall-Tarifverhandlungen
tagesschau24 16:00 Uhr, 27.01.2018

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Arbeitgeber wollen klagen

Die Metall-Arbeitgeber kündigten an, sich vor Gericht gegen die angekündigten Warnstreiks zu wehren. Gesamtmetall-Chef Rainer Dulger kündigte Klagen der einzelnen Arbeitgeberverbände gegen die aus ihrer Sicht rechtswidrigen Arbeitsniederlegungen an. Sie würden am Montag eingereicht.

Südwestmetall-Chef warnt vor Eskalation

Verhandlungsführer und Südwestmetall-Chef Stefan Wolf sagte, er könne nur davor warnen, den Konflikt weiter eskalieren zu lassen. Er sei "fassungslos, wie man nach so einer langen Verhandlungszeit die guten Kompromisse und Lösungen, die man gefunden hat, einfach wieder vom Tisch nimmt", sagte Wolf.

IG-Metall-Bezirksleiter Roman Zitzelsberger gab den Arbeitgebern die Schuld für den Eklat. Diese hätten jeden neuen Lösungsversuch der Gewerkschaft als überzogene Forderungen zurückgewiesen. "Es ging jetzt am Schluss nicht zusammen", sagte der Verhandlungsführer. Die Verhandlungen seien beendet, aber nicht endgültig gescheitert.

IG Metall fordert sechs Prozent mehr Geld

Zum Auftakt der fünften Verhandlungsrunde im für die Branche bedeutenden Tarifbezirk Südwest am Freitagabend hatten sich beide Seiten noch prinzipiell offen dafür gezeigt, über eine Flexibilisierung der Arbeitszeitregeln zu sprechen - sowohl nach unten als auch nach oben. Letztlich blieben die Gespräche dann aber wieder an der Forderung der Gewerkschaft nach einem finanziellen Ausgleich für bestimmte Gruppen von Beschäftigten hängen.

Die Gewerkschaft fordert für die 3,9 Millionen Beschäftigten der Branche sechs Prozent mehr Geld, ein individuelles Recht auf eine Arbeitszeitverkürzung auf bis zu 28 Stunden sowie einen Zuschuss bei familiären Verpflichtungen oder belastender Schichtarbeit. Die Arbeitgeber hätten zuletzt ein Gesamtvolumen von 6,8 Prozent angeboten.

Die Tarifverträge für die Metall- und Elektroindustrie werden für jeden der sieben Tarifbezirke einzeln ausgehandelt. Die Ergebnisse in Baden-Württemberg hätten aber wegweisend für ganz Deutschland werden sollen. Zu den Verhandlungen in Stuttgart waren alle wichtigen Funktionäre und Spitzenvertreter der beiden Verbände IG Metall und Gesamtmetall angereist.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. Januar 2018 um 11:30 Uhr.

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