Ingo Zamperoni und Caren Miosga in der historischen tagesthemen-Kulisse

Jahrestag tagesthemen feiern ihren 40.

Stand: 03.01.2018 01:43 Uhr

Viele Moderatoren haben die tagesthemen geprägt. Ob Mauerfall oder 11. September - sie alle haben über Weltereignisse berichtet. Zum 40. Geburtstag der Sendung sind sechs von ihnen zurückgekehrt. Und noch etwas ist an diesem Abend anders als sonst.

Von Maiken Nielsen, tagesschau.de

"Seien Sie kein Geburtstagsmuffel - dieses neue Lebensjahr hält wunderbare Momente für Sie bereit!", lacht Ingo Zamperoni bei der Lektüre des Steinbock-Horoskops.

Die tagesthemen, im Zeichen des Steinbocks vor 40 Jahren geboren, hatten in ihrer Erstausgabe einen Astrologen aufgesucht, der ihnen etwas über die Aussichten der neuen Sendung erzählen sollte. "An diesen Scherz könnten wir bei unserer Verabschiedung doch anknüpfen", schlägt Zamperoni seiner Kollegin Caren Miosga vor.

"Das gehört zu den Dingen, die ich an der Arbeit liebe", sagt Miosga. "Wir alle können und müssen einhundertprozentig kreativ sein. Dann tauschen wir uns mit den Kollegen aus, mit den Redakteuren und Grafikern, und gemeinsam entstehen ganz viele Ideen."

"Das Ziel ist es, aus den vielen Ideen am Ende aber doch eine seriöse Sendung zu bauen", ergänzt Zamperoni.

Ganze Sendung
tagesthemen 22:30 Uhr, 02.01.2018

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Erste Doppelmoderation

Es ist Abend, noch dreieinhalb Stunden bis zur Sendung. Die beiden tagesthemen-Moderatoren sitzen gegen ihre sonstige Gewohnheit gemeinsam in Miosgas Büro. Normalerweise moderieren sie im Wechsel, doch an diesem Abend ist alles anders. Nicht nur, dass Miosga und Zamperoni die erste Doppelmoderation in der Geschichte der tagesthemen vorbereiten. Die Redaktion bekommt auch den ganzen Tag über Besuch.

Sechs ehemalige tagesthemen-Moderatoren sind zurückgekehrt, um in der Jubiläumssendung aufzutreten. Ehemalige Kolleginnen und Kollegen fallen sich in den Arm. Lautes Lachen dringt in den Redaktionsraum.

"Das ist jetzt unsere Stimmungskanone unter den ehemaligen Moderatoren", lächelt Ingo Zamperoni. Doch bevor sich die Tür öffnet, werden er und seine Kollegin wieder ernst.

"Tobias, könntest du bitte prüfen, wann genau die Demonstrationen im Iran begonnen haben?", bittet Caren Miosga einen Kollegen.

Während die beiden den Beitrag über die Unruhen im Iran ansehen, überlegt Ingo Zamperoni: "Sagen wir eigentlich: unsere Reporterin Natalie Amiri zählt zu den wenigen westlichen oder zu den wenigen internationalen Journalisten, die noch aus dem Iran berichtet? Welche Formulierung ist exakt?"

"Wir bilden ja jetzt schon in den tagesthemen nicht nur ab, sondern versuchen immer, den Zuschauern zu erklären, warum etwas passiert", erklärt Miosga das Ringen um Genauigkeit.

Das Lachen wird lauter. Ex-tagesthemen-Moderator und WDR-Intendant Tom Buhrow platzt herein. Einen Moment lang ist die Stimmung einer Ehemaligen-Feier zurückgekehrt.

Noch drei Stunden bis zum Lagerfeuer des Abends, an dem die Themen des Tages aufgearbeitet werden. Die beiden wissen immer noch nicht, wie sie sich verabschieden wollen.

Ingo Zamperoni und Caren Misoga
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Endlich mal bequeme Stühle im Studio! Bei ihren wöchentlich wechselnden Moderationen müssen Ingo Zamperoni und Caren Misoga auf derlei Annehmlichkeiten verzichten.

"Heute Abend darf man einen riskieren"

Was er bei den tagesthemen gelernt habe, überlegt Buhrow später, während er in der Maske vor einem strahlend hellen Spiegel geschminkt wird. "Nachrichten vereinfachen, bis ich an den absoluten Kern gelange."

Zwei Stunden bis zur Sendung. Hajo Friedrichs sagte zum Abschluss einer Sendung immer: "Das war der Tag. Gute Nacht." Aber so etwas Simples kann man an diesem Tag nicht sagen.

Fünf Minuten noch. In der Regie haben alle Platz genommen. "Ich wünsche euch jetzt schon eine schöne Sendung", sagt Regisseur Marius von Schröder schlicht.

Einen anderen Satz von Friedrichs zitiert Miosga - den er am Tag des Mauerfalls formulierte. "Im Umgang mit Superlativen ist Vorsicht geboten, sie nutzen sich leicht ab", sagt sie zur Begrüßung. "Doch heute Abend darf man einen riskieren - hat mal einer unserer Vorgänger gesagt.

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40 Jahre tagesthemen

Hanns Joachim Friedrichs, Sabine Christiansen, Ulrich Wickert, Anne Will und Caren Miosga: Die tagesthemen wurden immer von ihren Moderatoren geprägt. Aber auch die Studio-Umgebung sorgte für Diskussionen. Bilder aus 40 Jahren.

1. Sendung der ''Tagesthemen'' am 2.1.1978 mit Klaus Stephan und Nachrichtensprecher Karl-Heinz Köpcke.

So fängt es an: Klaus Stephan moderierte am 2. Januar 1978 die erste Tagesthemen-Sendung. | Bildquelle: NDR

Glückwunsch an die Kollegen vom ZDF

Weil man eben nur einmal 40 wird, hätten sie sechs Menschen eingeladen, sagen die beiden. Hoch konzentriert stehen sie im Studio nebeneinander und sehen sich die Beiträge an. Nur einmal lacht Miosga: Als Buhrow den Kommentar abmoderiert. "Es ist so lustig und so ungewohnt."

Sechs ehemalige Moderatoren führen gemeinsam mit Miosga und Zamperoni durch die Sendung. Jeder der Ehemaligen steht für mindestens eine prägende Situation, ein historisches Ereignis: Gabi Bauer, Ulrich Wickert, Anne Will, Tom Buhrow, Sabine Christiansen und Thomas Roth.

Hunderte Zuschauer, die die tagesthemen im Facebook-Livestream verfolgen, schreiben Glückwünsche, bedanken sich. "So viele vertraute Gesichter", schreibt einer. "Wenn jetzt noch Ulrich Wickert eine geruhsame Nacht wünscht, wäre ich sehr gerührt."

Auch der Astrologie-Termin in der Erstsendung taucht noch einmal auf.

In der Verabschiedung spielen Sternzeichen jedoch keine Rolle. Caren Miosga beglückwünscht die Kollegen vom ZDF Heute-Journal, die ja ebenfalls ihren 40. feiern. Und die Zuschauer rutschen in eine Mini-Zeitreise, denn das letzte Wort der Jubiläumssendung hat tatsächlich Ulrich Wickert: "Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Abend und eine geruhsame Nacht."

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 02. Januar 2018 um 22:30 Uhr.

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