Plakat mit Zigarettenwerbung | Bildquelle: picture alliance / Wolfram Stein

Schmidt plant komplettes Verbot Bald keine Tabakwerbung mehr?

Stand: 27.06.2015 13:49 Uhr

Noch qualmen sie genussvoll, zumindest auf Plakaten an der Bushaltestelle oder in Kinospots: Doch damit soll bald Schluss sein. Ernährungsminister Schmidt will Tabakwerbung bundesweit komplett untersagen.

Ernährungsminister Christian Schmidt will Werbung für Tabakprodukte in Deutschland komplett verbieten. "Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass eine allgegenwärtige Werbung in der Öffentlichkeit den Einstieg in das Rauchen aktiv fördert", begründete der CSU-Politiker in der "Bild"-Zeitung seinen Vorstoß.

Deutschland sei neben Bulgarien das einzige Land in der EU, in dem die Außenwerbung für Zigaretten noch erlaubt sei. "Dies konterkariert unsere intensiven Bemühungen in der Tabakprävention gerade bei Kindern und Jugendlichen", ergänzte Schmidt. Einen genauen Termin für das Verbot nannte er jedoch nicht.

Bis Mai 2016 EU-Richtlinie erfüllen

Die Bundesregierung ist verpflichtet, eine neue EU-Richtlinie für Tabakprodukte bis Mai 2016 in deutsches Recht umzusetzen. Mit dem geplanten Werbeverbot gehe Schmidt aber über die geforderten Anpassungen hinaus, sagte ein Ministeriumssprecher.

Die Richtlinie schreibt unter anderem vor, dass die Warnhinweise auf Zigaretten- und Tabakpackungen künftig 65 Prozent der Vorder- und Rückseite einnehmen sowie Text und Bild kombinieren müssen. Aromen wie Menthol und andere Zusatzstoffe werden EU-weit verboten.

Erstmals gibt es auch Vorschriften für E-Zigaretten, die keinen Tabak, meist aber Nikotin enthalten. Beim Ziehen am Mundstück wird eine Flüssigkeit vernebelt und inhaliert.

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