Fahndungsfoto Ali B. | Bildquelle: dpa

Fall Susanna Wie konnte der Verdächtige fliehen?

Stand: 08.06.2018 08:58 Uhr

Der verdächtige Iraker im Fall Susanna war schon vorher auffällig geworden. Nun fordern Politiker Aufklärung: Wie konnte er mit seiner Familie fliehen? Und wieso wussten mehrere andere Menschen von der Ermordung des Mädchens?

Nach dem gewaltsamen Tod der 14-jährigen Susanna aus Mainz haben mehrere Politiker Aufklärung darüber gefordert, wie sich der Tatverdächtige trotz Unklarheiten über seine Identität offenbar in seine Heimat Irak absetzen konnte. SPD-Fraktionsgeschäftsführer Carsten Schneider sagte der "Bild"-Zeitung, es müsse "rasch geklärt werden, wie der Tatverdächtige entkommen konnte und wie er möglichst schnell in Deutschland vor Gericht gestellt werden" könne.

Der CDU-Innenpolitiker Armin Schuster sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", es stelle sich die Frage, warum der Tatverdächtige, der bereits polizeilich in Erscheinung getreten sei, "nicht längst in Untersuchungshaft war". Grünen-Chefin Annalena Baerbock sagte der "Bild": "Der oder die Täter müssen mit der ganzen Härte des Rechtsstaats bestraft werden." Ähnlich äußerten sich FDP und AfD.

Sebastian Kisters, HR, zu den offenen Fragen im Fall Susanna
tagesthemen 22:15 Uhr, 07.06.2018

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Tickets auf falschen Namen

Laut ARD-Korrespondent Sebastian Kisters arbeiten die Ermittler mit Hochdruck daran, die Hintergründe der Tat und den Zusammenhang zwischen den Beteiligten und Verdächtigen zu klären. Dabei gebe es noch einige Fragen zu klären. Zum einen ist unklar, wie der verdächtige Iraker Ali Bashar mit seiner achtköpfigen Familie aus Deutschland fliehen konnte.

Laut Bundespolizei besorgte er sich Passersatzpapiere; die Flugtickets kaufte er aber unter falschem Namen. Am Flughafen kontrollierte die Bundespolizei nur die Ausweisdokumente, die in arabischer Schrift ausgestellt waren und zu den Personen passten. "Die vorgelegten Dokumente waren echt, gültig und berechtigten zur Ausreise", erklärte das Bundespolizeipräsidium in Potsdam. Am Tag der Ausreise sei auch nicht nach ihm gefahndet worden.

Bei der Kontrolle in Düsseldorf legten die acht Familienmitglieder laut Bundespolizei irakische Ersatzdokumente, sogenannte Laissez-Passer-Papiere, sowie deutsche Aufenthaltserlaubnisse vor.

Den Abgleich zwischen offiziellen Dokumenten und Flugtickets sei nicht Aufgabe der Bundespolizei - und im Rahmen der Luftsicherheitskontrolle auch "derzeit rechtlich nicht möglich", erklärte die Bundespolizei. Diesen Abgleich hätte offenbar die Fluggesellschaft bzw. der Flughafenbetreiber vornehmen müssen. Das sei aber nicht geschehen, möglicherweise auch wegen fehlender Sprachkenntnisse.

Mitwisser im Umfeld

Ein weiteres Rätsel für die Ermittler ist, warum mehrere weitere Personen aus dem Umfeld des Verdächtigen und des Opfers offenbar von der Tat wussten. So schickte eine Freundin von Susanna eine Nachricht an deren Mutter, in der sie erklärte, Susanna sei tot. Auch bei dem 13-jährigen Flüchtling, der der Polizei den entscheidenden Hinweis auf den Verdächtigen, die Tat und den Fundort der Leiche gab, ist unklar, woher er davon wusste.

Laut Kisters war der Verdächtige der Polizei durchaus bekannt, unter anderem wegen eines Raubüberfalls mit einem Messer und wegen Pöbeleien gegen eine Polizistin. "Die Taten hatten aber laut Behörden eine Untersuchungshaft nicht gerechtfertigt", so Kisters.

Auslieferung gefordert

Menschenrechtler haben die irakischen Behörden aufgefordert, den mutmaßlichen Mörder der 14-jährigen Susanna F. nach Deutschland auszuliefern. "Wir erwarten eine enge Kooperation mit den deutschen Ermittlungsbehörden", schrieb die Gesellschaft für bedrohte Völker an Behörden in Bagdad und Erbil. Auch wenn es bisher kein Auslieferungsabkommen zwischen dem Irak und Deutschland gebe, sei der Irak wegen der langjährigen Unterstützung durch Deutschland den deutschen Behörden verpflichtet.

Fall Susanna: Flüchtling aus dem Irak steht unter Mordverdacht
tagesthemen 22:15 Uhr, 07.06.2018, Sebastian Kisters, HR

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 07. Juni 2018 um 22:15 Uhr.

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