Bei Anschlag in Berlin zerstörter Lkw  | Bildquelle: dpa

Suche nach Attentäter Polizei fahndet nach Tunesier Anis A.

Stand: 21.12.2016 15:39 Uhr

Im Zusammenhang mit dem Berlin-Attentat fahndet die Polizei in ganz Europa nach einem Verdächtigen. Nach Informationen von NDR, WDR und SZ handelt es sich um einen 23-jährigen Tunesier. Er ist den Behörden seit langem bekannt, wird der Islamistenszene zugerechnet und gilt als Gefährder.

Die Polizei fahndet im Zusammenhang mit dem Anschlag von Berlin nach einem Tatverdächtigen. Der Mann sei seit Mitternacht in Deutschland und Europa zur Fahndung ausgeschrieben, sagte Innenminister Thomas de Maizière. Der Minister betonte, der Mann sei ein Verdächtiger und nicht zwingend der Täter. Weitere Details nannte er nicht.

Nach Informationen von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR suchen die Ermittler nach einem Tunesier namens Anis A. Im Fußraum des Lastwagens, der am Montagabend in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche raste, soll ein persönliches Dokument des 23-Jährigen gefunden worden sein. Es soll sich um eine Duldungsbescheinigung handeln, die aber auf einen falschen Namen ausgestellt war. Anis A. benutzte laut Recherchekooperation acht verschiedene Alias-Identitäten.

Boris Baumholt, WDR, mit Informationen zum mutmaßlichen Täter
tagesschau 15:00 Uhr, 21.12.2016

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Verschiedene Aufenthaltsorte

Der Gesuchte reiste demnach 2012 nach Italien und kam dann 2015 nach Deutschland. Im Juni 2016 wurde er als Asylbewerber abgelehnt. Er habe aber nicht abgeschoben werden können, weil er keine gültigen Ausweispapiere bei sich hatte, sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger. Tunesien habe lange Zeit bestritten, dass es sich bei dem Mann um einen Tunesier handele. Die für die Abschiebung wichtigen tunesischen Ausweispapiere seien erst zwei Tage nach dem fatalen Berliner Anschlag bei den deutschen Behörden eingetroffen, sagte Jäger.

Im Sommer wurde A. laut NDR, WDR und SZ in Friedrichshafen mit einem gefälschten Ausweisdokument festgenommen. Das Amtsgericht Ravensburg teilte dazu mit, eine Person mit dem Namen Anis A. sei bei einer Routinekontrolle der Polizei aufgegriffen worden, weil sie abgeschoben werden sollte. Warum Anis A. aus der Abschiebehaft entlassen wurde, sei nicht bekannt.

Anis A. hielt sich nach Informationen des Bayerischen Rundfunks in den vergangenen Monaten in verschiedenen Städten auf, unter anderem in Dortmund, Hildesheim und Berlin. Er soll Kontakte zum Netzwerk des im November verhafteten Predigers Abu Walaa unterhalten. Abu Walaa wird als die "Nummer 1 des IS in Deutschland" bezeichnet.

Anis A. war als Gefährder geführt

Anis A. gilt als Gefährder - das heißt, die Ermittler gehen seit längerem davon aus, dass er eine "staatsgefährdende Straftat" verüben könnte. Die deutschen Sicherheitsbehörden stufen derzeit 549 Menschen als Gefährder ein. Nicht alle von ihnen halten sich in Deutschland auf.

Dass die Sicherheitsbehörden Anis A. einen Terrorakt zutrauen, wird mit Blick in die Gefährderdatei deutlich, die dem Bayerischen Rundfunk in Auszügen vorliegt. Dort hieß es im März: Der Verdächtige werbe im gesamten Bundesgebiet "offensiv bei anderen Personen darum, gemeinsam mit ihm islamistisch motivierte Anschläge zu begehen". Er beabsichtige, sich "großkalibrige Schnellfeuergewehre über Kontaktpersonen in der französischen Islamistenszene zu beschaffen". Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei davon auszugehen, dass A. seine Anschlagsplanungen "ausdauernd und langfristig" verfolgen werde.

V-Mann involviert?

Nach Informationen von NDR, WDR und SZ soll Anis A. einen Mann, der als Quelle der Polizei in NRW geführt wurde, gefragt haben, ob dieser Schusswaffen besorgen könne. Die Polizei soll zudem die Telekommunikation von A. ausgewertet haben. Ein Ermittler, der mit NDR, WDR und SZ sprach, sagte, ihm sei unklar, warum Anis A. aus dem Blickfeld der Polizei entkommen konnte.

Politik diskutiert über sicherheitspolitische Konsequenzen
tagesschau24 15:00 Uhr, 21.12.2016, Sabine Rau, ARD Berlin

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Wo hält sich Anis A. aktuell auf?

Seit dem Anschlag in Berlin fehlt von Anis A. jede Spur. Auf der Suche nach ihm hat die Polizei nach ARD-Informationen in den vergangenen Stunden sämtliche Krankenhäuser in Berlin und Brandenburg abgesucht. Die Ermittler gehen davon aus, dass es im Führerhaus des Lastwagens einen Kampf zwischen dem Beifahrer und dem Attentäter gab. Dabei soll der Angreifer verletzt worden sein, berichtet die rbb-Abendschau. DNA-Spuren wurden gesichert.

Der Beifahrer war nach der Tat tot im Führerhaus gefunden worden. Der Mann arbeitete für ein Transportunternehmen, der Lastwagen war sein Arbeitsfahrzeug. Inzwischen steht fest: Der Pole wurde erschossen, von der Tatwaffe fehlt bislang aber jede Spur. Nach Angaben seines Chefs wurde er auch mit einem Messer malträtiert. Für die Ermittler stellt sich auch die Frage: Was hat sich zwischen der mutmaßlichen Entführung des Lastwagens gegen 16 Uhr und der Fahrt auf den Weihnachtsmarkt gegen 20 Uhr zugetragen?

Berlin Breitscheidplatz | Bildquelle: dpa
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Tatort am Breitscheidplatz: Wer hat den Lastwagen in die Menschenmenge gesteuert?

Am Dienstagabend hatte die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) den Angriff auf den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche für sich reklamiert. Der IS hatte über sein Sprachrohr Amak verbreitet, der Angriff sei eine Reaktion auf Aufrufe gewesen, die Bürger von Staaten der Anti-Terror-Koalition anzugreifen. Sollte sich bestätigen, dass der IS hinter der Tat steht, wäre es der erste islamistische Anschlag mit einer Vielzahl von Todesopfern in Deutschland.

Die Fakten - die Fragen

Die Fakten
* Am Montagabend gegen 20 Uhr rast ein Sattelschlepper auf den Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz in Berlin.
* Zwölf Menschen sterben, 49 werden teils lebensgefährlich verletzt. Die Bundesregierung spricht seit Dienstag von einem Terroranschlag, der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen übernommen. Die Terrormiliz "Islamischer Staat" reklamiert die Tat für sich.
* Auf dem Beifahrersitz des Lkw wird ein Toter entdeckt. Es ist der ursprüngliche Fahrer aus Polen. Er wurde erschossen.
* Der Lkw gehört einer polnischen Spedition mit Sitz in Gryfino bei Stettin.
* Nach der Tat wird in der Nähe der Berliner Siegessäule ein Mann festgenommen. Da kein dringender Tatverdacht besteht, wird er wieder freigelassen.
* Am Mittwoch wird bekannt, dass die Polizei bundesweit nach einem Tunesier fahndet. Dessen Ausweispapiere sollen im Fußraum des Lkw gefunden worden sein. Der Mann hat laut ARD-Recherchen Verbindungen zu Salafisten in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.
Die Fragen
* Die Identität des Fahrers: Wer fuhr den Lkw und flüchtete dann vom Tatort?
* Die Anzahl der Täter: Waren mehrere Menschen an dem Attentat beteiligt?
* Wo wurde der Lkw gestohlen?
* Die Stunden vor der Tat: Wurde der Lkw, wie der Spediteur unter Verweis auf GPS-Daten sagt, am Nachmittag mehrmals gestartet?

Weihnachtsmarkt öffnet wieder

Der Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz soll am Donnerstag wieder geöffnet werden. Alle anderen Weihnachtsmärkte in der Bundeshauptstadt machten bereits heute wieder auf. Bundesweit wurden die Sicherheitsvorkehrungen nach dem Anschlag vom Montag erhöht. So wurden auf dem Striezelmarkt in Dresden Betonpoller aufgestellt, um einen Anschlag wie in Berlin unmöglich zu machen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 21. Dezember 2016 um 12:00 Uhr.

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