Archiv des Internationalen Suchdienstes in Bad Arolsen | Bildquelle: dpa

Internationaler Suchdienst Zehntausende Nazi-Akten online

Stand: 07.10.2015 17:42 Uhr

30 Millionen Dokumente aus NS-Konzentrationslagern, Ghettos und Gestapo-Gefängnissen lagern beim Internationalen Suchdienst in Bad Arolsen. 50.000 Dokumente über Verfolgte des Nazi-Regimes sind nun als Teil einer UNESCO-Sammlung online.

Mehr als 50.000 Dokumente aus dem Archiv des Internationalen Suchdienstes in Bad Arolsen sind ab jetzt im Internet einsehbar. Der Internationale Suchdienst (ITS) ist ein Archiv- und Dokumentationszentrum über NS-Verfolgung und die befreiten Überlebenden.

Zu sehen sind unter anderem Fotos persönlicher Gegenstände, die den Inhaftierten in Konzentrationslagern abgenommen wurden. Außerdem sind Dokumente über Todesmärsche sowie Akten des Kindersuchdienstes aus der Zeit kurz nach der Befreiung abrufbar. Die Dokumente sind sowohl für Wissenschaftler als auch für Betroffene und Nachfahren sowie Familienforscher interessant. Sie sollen aber auch bei Schulprojekten genutzt werden. Die Dokumente sind Teil einer Sammlung, die seit 2013 zum Unesco-Weltdokumentenerbe gehört.

Archiv des Internationalen Suchdienstes in Bad Arolsen | Bildquelle: dpa
galerie

30 Millionen Dokumente wurden beim ITS gesammelt.

Weitere Dokumente folgen

ITS-Direktorin Rebecca Boehling sagte, insbesondere bei den im Internet nun einsehbaren Bildern der rund 3300 persönlichen Gegenstände erhoffe sie sich, dass diese so zu ihren rechtmäßigen Besitzern oder deren Nachfahren gelangen. Meist seien dies Fotografien, Dokumente oder kleinere Gegenstände. Wertvolles sei in der Regel von den Nationalsozialisten beschlagnahmt worden. Gesucht werden könne nach Namen und Orten. Auch eine thematische Suche sei möglich.

"Archive dürfen sich nicht vor der digitalen Welt verstecken, sonst werden sie irgendwann nicht mehr wahrgenommen", begründete Christian Groh, Leiter der Abteilung Archiv, die Entscheidung, die Dokumente online zu stellen.

In nur zwölf Monaten sei dieses Pilotprojekt umgesetzt worden. Weitere Dokumente aus den Archiven des ITS, die zum größten Teil schon digitalisiert sind, würden folgen. Allerdings werde es nicht möglich sein, sämtliche digitalisierten Dokumente auch online verfügbar zu machen. Beim ITS lagern 30 Millionen Dokumente aus Konzentrationslagern, Ghettos und Gestapo-Gefängnissen sowie Unterlagen über Zwangsarbeit und Migration infolge des Zweiten Weltkrieges.

Darstellung: