g36-Gewehr | Bildquelle: Imago A

Streit um das G36 Politiker fordern schnellen Ersatz

Stand: 19.04.2015 04:37 Uhr

Das Bundeswehr-Sturmgewehr G36 steht weiter in der Kritik: Politiker aus Regierung und Opposition fordern einen schnellen Ersatz für die Waffe sowie eine Aufklärung der Affäre. Kurdische Peschmerga-Kämpfer erklärten indes, sie hätten keine Probleme mit dem Gewehr.

Als Reaktion auf die Probleme mit dem Sturmgewehr G36 hat der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Hans-Peter Bartels (SPD), einen Ersatz für die in der Kritik stehende Waffe gefordert. "Die Bundeswehr muss für das G36 ein neues Gewehr anschaffen", sagte Bartels der "Bild am Sonntag". Die Waffe sei "offenbar nur begrenzt einsatzfähig". Tobias Lindner, Verteidigungsexperte der Grünen im Bundestag, sagte: "Das Ministerium muss das G36 entweder zügig nachbessern oder als Ersatz ein neues Gewehr beschaffen".

Ein Soldat hält eine G36 von Heckler & Koch | Bildquelle: dpa
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Das G36-Sturmgewehr macht der Bundeswehr Probleme.

 Eine Untersuchung im Auftrag des Bundesverteidigungsministeriums hatte dem G36 schwere Mängel attestiert. Die "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" zitierte aus einer Zusammenfassung des Berichts, wonach "das Waffensystem die Anforderungen nicht erfüllt". Grund für eine sinkende Trefferwahrscheinlichkeit sei "das Gesamtsystem". Der Bericht hebt laut der Zeitung aber hervor, dass die Unzulänglichkeiten behoben werden könnten.

Die Bundeswehr hatte bereits zuvor massive Probleme bei der Treffsicherheit des G36 eingeräumt. Diese treten bei hohen Außentemperaturen sowie bei Hitzeentwicklung durch intensives Schießen auf.

Opposition verlangt Aufklärung von Ministerin

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen | Bildquelle: dpa
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Verteidigungsministerin von der Leyen soll sich nach Willen der Opposition erklären.

Die Opposition im Bundestag erhöhte in der Debatte den Druck auf von der Leyen. "Die Ministerin muss auch die Fehler unter ihrer Führung schonungslos aufklären", sagte die verteidigungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Agnieszka Brugger, dem "Tagesspiegel". Sie erwarte, dass von der Leyen "am Mittwoch im Ausschuss persönlich Rede und Antwort steht und sich nicht wieder vor der Diskussion im Parlament drückt".

Auch der außenpolitische Sprecher der Linksfraktion, Jan van Aken, verlangte ein Erscheinen der Ministerin im Ausschuss. Von der Leyen müsse "erklären, warum sie erst im Herbst reagiert und die Beschaffung gestoppt hat". 

Peschmerga mit G36 zufrieden

Die kurdischen Peschmerga-Kämpfer im Irak erklärten indes, sie haben keine Probleme mit dem G36. "Bei uns hat es keinerlei technische Probleme mit dem G36 gegeben. Im Gegenteil: Die Waffe ist super", sagte der Peschmerga-Minister Mustafa Sajid Kadir der Deutschen Presse-Agentur. "Sie funktioniert einwandfrei. Wir hätten gerne mehr davon."

Die Bundeswehr hatte den Kurden im vergangenen Jahr zusammen mit anderen Waffen 8000 G36-Gewehre für ihren Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" geschenkt.

Ein Bundeswehrsoldat bildet in Erbil im Nordirak einen kurdischen Peschmerga an einem G3-Sturmgewehr aus. | Bildquelle: dpa
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Die Bundeswehr bildet Peschmerga-Kämper aus,

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 11. April 2015 um 20:00 Uhr.

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