Schäden in Hamburg durch Sturm "Herwart" | Bildquelle: dpa

Sturmtief "Herwart" Sturmflutwarnung für Nordseeküste

Stand: 29.10.2017 06:52 Uhr

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie warnt vor einer schweren Sturmflut an der deutschen Nordseeküste. Hamburg und die angrenzenden Elbgebiete seien besonders gefährdet. Sturmtief "Herwart" hat in der Nordhälfte schon einige Schäden verursacht.

An der Nordseeküste droht am Vormittag eine schwere Sturmflut. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie gab in der Nacht eine entsprechende Warnung heraus. Besonders stark betroffen könnten Hamburg und die angrenzenden Elbegebiete sein: Hier wird ein Pegel von bis zu 2,5 Meter über dem mittleren Hochwasser erwartet. Voraussichtlich müssten einige Straßen und der Fischmarkt gesperrt werden, erklärte das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie.

Im Wesergebiet könnten die Pegel zwei Meter über dem mittleren Hochwasser liegen, an der nordfriesischen Küste rund 1,5 Meter. Die Warnung vor der schweren Sturmflut besteht nach Angaben des Bundesamts zunächst bis 10.00 Uhr.

Die Flutgefahr geht von dem kräftigen Sturmtief "Herwart" aus, das in der Nacht zu Sonntag und am Sonntagvormittag über die Nordosthälfte Deutschlands hinwegzieht. Stellenweise werden Böen in Orkanstärke erwartet. Voraussichtlich fällt "Herwart" nicht ganz so stark aus wie "Xavier" Anfang Oktober. Das Fortschreiten des Herbstes könnte zudem dazu beitragen, dass er weniger zerstörerisch wirkt als sein Vorgänger: Die Bäume tragen weniger Laub als vor vier Wochen und bieten damit weniger Angriffsfläche.

Bahnstrecken gesperrt - aber keine Verletzten

Verletzte gab es offenbar noch nicht. Die Leitstellen in Schleswig-Holstein berichteten in der Nacht von umgekippten Bäumen und eingestürzten Baugerüsten. Im nordfriesischen Oldenswort fiel eine historische Mühle dem Sturm zum Opfer.

Die Bahnstrecken zwischen Kiel und Hamburg, sowie zwischen Flensburg und Hamburg wurden durch umgestürzte Bäume blockiert. Bahn-Mitarbeiter sind dabei, die Hindernisse zu Beseitigen. Wann die Strecken wieder frei sein werden, ist aber noch nächst unklar.

Die Hamburger Feuerwehr rückte bis zum Morgen 170 Mal aus. Bei den Einsätzen handele es sich im Wesentlichen um Bäume und Äste auf Straßen, aber auch auf Autos und Häusern. Ein Baum musste von den Gleisen der U-Bahn geborgen werden.

In Mecklenburg-Vorpommern mussten in der Nacht vier Bahnlinien wegen umgestürzter Bäumen gesperrt werden. Auch hier seien Spezialisten mit der Entstörung beschäftigt. Die Bahn bittet Reisende, sich online zu informieren. Ein Mitarbeiter des Innenministeriums beschrieb die Nacht als unruhig, in erster Linie seien aber nur Bäume umgestürzt. Im Landkreis Rostock wurde ein Haus von einem Baum getroffen, die Bewohner blieben unverletzt. Die Polizei in Neubrandenburg meldete zwei Bäume, die auf Autos fielen.

In Brandenburg war die Nacht ruhig, die ersten Sturmschäden meldete der Lagedienst des Innenministeriums am frühen Morgen. Unter anderem gebe es entlang der Autobahnen 11 und 12 umgestürzte Bäume. Die Berliner Feuerwehr fuhr bis zum frühen Morgen keine wetterbedingten Einsätze. Man sei aber «für alle Situationen gerüstet», wie ein Sprecher bekräftigte. Zoo und Tierpark in Berlin bleiben wegen der Sturmwarnung am Sonntag geschlossen. Herabfallende Äste des alten Baumbestandes könnten eine Gefahr für Besucher sein, hieß es in einer Mitteilung vom Samstag.

In den restlichen Bundesländern kam es Polizeiinformationen zufolge zu keinen größeren Zwischenfällen. Auch ist die Sturmgefahr laut DWD-Angaben geringer. Ungemütlich kann es trotzdem werden: Landesweit wird mit schauerartigem und teilweise gewittrigem Regen gerechnet.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. Oktober 2017 um 4:53 Uhr.

Darstellung: