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[Bildunterschrift: Zwar kein "Kyrill", aber dennoch mächtig: Im sächsischen Weißwasser trug das Orkantief "Emma" das 800 Quadratmeter große Dach eines Wohnauses ab. ]
Das Orkantief "Emma" ist mit bis zu 150 Stundenkilometern und teils schweren Gewittern über Deutschland hinweggefegt. Durch Unwetter und Sturmböen kamen in Deutschland zwei Menschen ums Leben. In Österreich und Tschechien forderte "Emma" weitere sechs Opfer, darunter zwei deutsche Touristen.
Im Westerwald wurde ein Mann in einem Auto von einem umstürzenden Baum erschlagen. Der 58-Jährige saß auf der Rückbank des Wagens, als eine mehr als 30 Meter hohe Fichte auf das Auto stürzte. In Bayern erfasste bei Oberpfaffenhofen eine Windböe einen Motorrollerfahrer, der auf die Gegenfahrbahn gedrückt wurde. Dort prallte er mit einem Lastwagen zusammen und starb, teilte das Polizeipräsidium München mit. Zwischen Dorfen und Erding in Oberbayern kippte ein Reisebus mit Touristen auf dem Weg zum Flughafen in die Böschung. Sechs Insassen wurden verletzt, einer von ihnen schwer. Mehr dazu beim br.
In Brühl bei Bonn fuhr am Morgen ein ICE gegen einen umgestürzten Baum. Dabei wurden mehrere Menschen, unter ihnen der Lokführer, verletzt. Nach Angaben eines Bahnsprechers erlitt aber niemand schwere Verletzungen. Der Zug sei nicht entgleist.
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In Hamburg verursachte das Orkantief eine schwere Sturmflut und setzte den Fischmarkt unter Wasser. Der Hafen wurde gesperrt. Die Flutschutztore wurden geschlossen. Einige Autos mussten aus überfluteten Bereichen abgeschleppt werden. Die Lage sei allerdings nicht dramatisch, sagte ein Sprecher des Hamburger Katastrophenschutzes. Das Hochwasser erreichte am Samstagabend um 19.30 Uhr einen Höchststand von fünf Meter über normal und floss danach langsam wieder ab.
[Bildunterschrift: Ein Bild der Zerstörung bietet sich diesem Feuerwehrmann aus Butzbach (Hessen). Trümmerteile des Daches wurden hunderte Meter weit durch die Luft gewirbelt. ]
Der Sturm richtete bisher vor allem im Westen Deutschlands zahlreiche Schäden an. Erst am Sonntagabend soll sich das Wetter beruhigen. Bis dahin ist vor allem in Süd- und Norddeutschland mit weiteren Orkanböen zu rechnen. "Emma" hatte Häuser abgedeckt, Bauzäune und Schilder herausgerissen. In vielen Orten fiel der Strom aus. Am Frankfurter Flughafen wurden zahlreiche Flüge abgesagt. In Teilen Baden-Württembergs hagelte es so heftig, dass der Streudienst anrücken musste. In Franken und der Oberpfalz traten nach starken Regenfällen Flüsse über die Ufer. Der Deutsche Feuerwehrverband warnte davor, an diesem Wochenende Wälder zu betreten.
Bilder:
Der Zugverkehr war auf zahlreichen Strecken lahmgelegt, so unter anderem zwischen Dortmund und Hannover, Leipzig und Dresden, Münster und Osnabrück sowie Koblenz und Köln. Auch eine Vielzahl von Regionalverbindungen fielen durch Unwetterschäden aus. Es gab Verspätungen bis zu einer Stunde. Die Schäden seien aber geringer ausgefallen, als zunächst befürchtet, sagte ein Bahnsprecher.
Gesperrte Bahnstrecken:Auch insgesamt waren die Auswirkungen des Orkantiefs weniger dramatisch als erwartet. "Wir haben den ersten Sturmteil für die Nacht überschätzt", sagte Meteorologe Rüdiger Hartig vom Deutschen Wetterdienst. Aus Sorge, "Emma" könnte ähnliche Folgen haben wie der Orkan "Kyrill" vor rund einem Jahr, waren bereits gestern Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden.
Im Januar 2007 hatte "Kyrill" Europa mit Windgeschwindigkeiten von fast 200 Stundenkilometern heimgesucht. In Deutschland kamen 13 Menschen ums Leben. Schulen mussten schließen, die Bahn stellte den gesamten Schienenverkehr ein.
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