Anzeigetafel der Bahn | Bildquelle: dpa

"Xavier" und die Schäden Berlin-Hamburg erst wieder ab Montag

Stand: 06.10.2017 19:45 Uhr

Auf mehreren Bahnstrecken in Norddeutschland fahren inzwischen wieder Züge, doch auf einigen besonders wichtigen wird es noch bis kommende Woche dauern: Erst am Montag soll etwa die Strecke Berlin-Hamburg freigegeben werden. Kritik gibt es an der Informationspolitik der Bahn.

Die Auswirkungen des Sturmtiefs "Xavier" werden auch in den kommenden Tagen noch für Probleme im Bahnverkehr sorgen. Die Bahn selbst geht davon aus, dass die wichtige ICE-Strecke zwischen Berlin und Hamburg erst am Montag wieder in Betrieb genommen werden kann. Dort sei die Oberleitung über eine Länge von sechs Kilometern massiv beschädigt und müsse neu gebaut werden.

Die Strecke von Leer über Oldenburg nach Bremen soll sogar erst am Mittwoch wieder frei gegeben werden, teilte die Bahn auf ihrer Internetseite mit. Auf anderen, bislang gesperrten Strecken sollen hingegen morgen wieder Züge fahren - darunter zwischen Hannover und Berlin sowie zwischen Hamburg und Hannover. Zuvor hatte die Bahn angekündigt, die Verbindung Hamburg-Hannover bereits am frühen Abend wieder freizugeben.

Die Bahnstrecken wurden mit Hubschraubern abgeflogen, um einen Überblick über die Sturmschäden zu bekommen, wie eine Sprecherin berichtete. Außerdem seien überall fahrbare Hebebühnen unterwegs, um heruntergerissene Stromleitungen wieder instand zu setzen.

Der Nahverkehr lief am Freitag nach Angaben der Bahn in Teilen wieder - insbesondere in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg. Im Großraum Berlin und Magdeburg kam es noch zu Einschränkungen. Diese sollen am Montagmorgen behoben sein. Die S-Bahn ist in Hamburg nach Angaben der Bahn wieder auf allen Strecken unterwegs. In Berlin fährt die Ringbahn wieder, auf anderen S-Bahn-Strecken gibt es noch Beeinträchtigungen.

Sturmtief "Xavier" und die Folgen
tagesthemen 21:45 Uhr, 06.10.2017, Alina Stiegler, Marie Marzahn, NDR

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Tickets bis 15. Oktober gültig

Die Bahn empfiehlt, Reisen auf den betroffenen Strecken möglichst zu verschieben. Wer ein gültiges Zugticket vom 5. Oktober habe, könne damit bis zum 15. Oktober reisen, teilte das Unternehmen mit. Diese Regelung gelte auch bei Tickets mit Zugbindung. Bei einem Verzicht auf die Reise könnten die Tickets ohne Gebühr zurückgeben werden.

Fahrgastverband kritisiert Informationspolitik der Bahn

Björn Gryschka, Niedersachsens Chef des Fahrgastverbands Pro Bahn, kritisierte bei tagesschau24 das schlechte digitale Management der Bahn. Dass manche Züge in digitalen Systemen als pünktlich angezeigt werden, obwohl sie gar nicht fahren, führe bei vielen Reisenden zu Verwirrungen und Unmut. Gryschka forderte ein Eingreifen der Politik, um die Digitalisierung auch im Bahnsystem voranzubringen.

Zudem appellierte Gryschka sowohl an die Bahn als auch an die Politik, die Kriterien der Bepflanzung entlang der Bahnstrecken neu zu bewerten. Bis zur Abschaffung der Dampfloks vor 40 Jahren habe es zehn Meter breite Brandschutzstreifen entlang der Gleise gegeben, die später schlichtweg zugewachsen seien. Auch seien früher die den Gleisen am nächsten stehenden Bäume kurz gehalten worden, damit sie nicht auf die Schienen fallen und dahinter stehende Bäume bei einem Unwetter auffangen können. Notfalls sei auch der Gesetzgeber gefordert, um zwischen dem Naturschutz und der Verlässlichkeit der Bahn eine Neugewichtung vorzunehmen.

Björn Gryschka, PRO BAHN, zum Krisenmanagement der Bahn
tagesschau 24 16:15 Uhr, 06.10.2017

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 05. Oktober 2017 um 17:00 Uhr, 20:00 Uhr und am 06. Oktober 2017 um 12:00 Uhr. Zudem berichtete über dieses Thema tagesschau24 am 06. Oktober 2017 um 16:00 Uhr.

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