Intercity steckt wegen Friederike fest | Bildquelle: dpa

Orkan "Friederike" Bahn beklagt Schäden in Millionenhöhe

Stand: 19.01.2018 12:58 Uhr

Orkan "Friederike" hat schwere Schäden am Schienennetz verursacht - die Bahn muss an mindestens 200 Streckenabschnitten Reparaturen durchführen. Der Verkehr auf Straßen und Schienen normalisiert sich.

Der Orkan "Friederike" hat nach Angaben der Deutschen Bahn Millionenschäden am Schienennetz angerichtet. An mehr als 200 Streckenabschnitten seien Reparaturen notwendig, teilte das Unternehmen mit.

"Wir fliegen aktuell Strecken mit Hubschraubern ab", sagte ein Bahnsprecher. Sei die Strecke frei, müsse erst ein Zug ohne Fahrgäste fahren, bevor sie endgültig für Züge mit Passagieren freigegeben werden könne. Die Bahn hatte wegen des Sturms den Fernverkehr am Donnerstagnachmittag bundesweit eingestellt, erstmals seit 2007.

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Orkan "Friederike" fegt über Deutschland hinweg

Orkan Friederike in Sachsen

Von West nach Ost fegte der Orkan "Friederike" am Donnerstag über Deutschland hinweg und schlug eine Schneise der Verwüstung, hier in Leipzig in Sachsen. Insgesamt kamen in Deutschland acht Menschen ums Leben. | Bildquelle: ZB

Den Fernverkehr nahm die Bahn am Morgen wieder auf. "Für das Wochenende erwarten wir einen weitgehend normalen Verkehr", schrieb die Bahn auf ihrer Webseite. Auf Twitter teilte sie am Mittag mit, alle Metropolen seien nun wieder erreichbar.

Weiter Verspätungen

Wegen Einschränkungen auf Strecken im Norden komme es allerdings weiterhin zu Ausfällen und Verspätungen. Insbesondere in Nordrhein-Westfalen und in Niedersachsen seien noch wichtige Strecken gesperrt.

DB Personenverkehr @DB_Bahn
Update nach #Friederike: In weiten Teilen Deutschlands konnte der Fernverkehr wieder aufgenommen werden, alle Metropolen sind wieder erreichbar. Wegen der großen Schäden kann es jedoch weiterhin zu Ausfällen und Verspätungen kommen. Mehr Infos: https://t.co/HS2BmEAV6H

Im Süden Deutschlands läuft der Schienenverkehr wieder weitgehend normal, Regionalzüge verkehrten laut Bahn weitgehend planmäßig. Bahnreisende oder Mitarbeiter seien durch "Friederike" nicht zu Schaden gekommen.

"Viel los" auf den Straßen

Wegen der Gefahr umstürzender Bäume sollte die Autobahn 7 an der Landesgrenze zwischen Niedersachsen und Hessen in Richtung Süden laut Polizei voraussichtlich bis zum Mittag gesperrt bleiben.

Geduld im Autoverkehr war am Morgen weiterhin auch in Nordrhein-Westfalen gefragt. Viele Pendler seien von der Bahn auf das Auto umgestiegen, sagte ein Sprecher von Straßen.NRW. Darum sei auf den Autobahnen und Bundesstraßen "viel los". Besonders betroffen sei in Nordrhein-Westfalen vor allem die Region um Düsseldorf.

Vereinzelt sorgen auch Aufräumarbeiten für Stau. Die A30 zwischen Hörstel und Ibbenbüren war am Morgen in Richtung Osnabrück noch von einem Baum versperrt. Die Aufräumarbeiten sollten voraussichtlich bis zum späten Nachmittag dauern. Auch auf der A1 zwischen Münster und Hamm konnte es streckenweise noch zu Sperrungen kommen.

Stromausfälle im Osten

Am Morgen waren in Ostdeutschland noch rund 14.000 Haushalte und Betriebe ohne Strom. Wie lange die Reparaturarbeiten andauern würden, sei noch nicht absehbar, sagte eine Sprecherin des Netzbetreibers Mitnetz. Manche Leitungen und Anlagen seien nicht erreichbar, da Waldgebiete und Straßen noch blockiert oder gesperrt seien.

500 Millionen Euro Schaden

Nach einer Schätzung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat "Friederike" einen versicherten Schaden von rund 500 Millionen Euro verursacht. Damit liege "Friederike" deutlich hinter "Kyrill". Der Sturm hatte vor elf Jahren mehr als zwei Milliarden Euro Schaden verursacht.

Der schwerste Orkan seit elf Jahren in Deutschland hatte hierzulande mindestens acht Menschen das Leben gekostet. Im thüringischen Bad Salzungen musste die Bundeswehr ausrücken und einen von einem umfallenden Baum erschlagenen Feuerwehrmann bergen.

Ein 64-Jähriger war in Benndorf im Kreis Mansfeld-Südharz vom Dach eines Hauses etwa acht Meter in die Tiefe gestürzt. Er wurde schwerverletzt in ein Krankenhaus gebracht, wo er später starb. Auch ein 34-Jähriger erlag seinen schweren Verletzungen, nachdem er in Hohenmölsen im Burgenlandkreis durch einen umstürzenden Baum getroffen worden war.

Hohe Schäden nach Orkantief "Friederike"
tagesschau 12:00 Uhr, 19.01.2018, Anna Bauch, NDR

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Chaos auch in Nachbarländern

Auch die Nachbarländer Deutschlands waren von "Friederike" betroffen: Auf Gleisen und Straßen in den Niederlanden ging nichts mehr, der Amsterdamer Flughafen Schiphol strich kurzzeitig alle Flüge. Zwei Männer kamen durch herabfallende Äste und umgestürzte Bäume ums Leben. In Belgien starb eine Autofahrerin.

In Polen waren zeitweise 50.000 Menschen ohne Strom. Zwei Menschen wurden verletzt, als heftiger Wind zwei Busse in West- und Zentralpolen von der Straße abbrachte, wie polnische Rettungskräfte mitteilten.

Tschechien hingegen wurde weitgehend von schweren Schäden durch "Friederike" verschont. In der nordwestlichen Region um Decin (Tetschen) an der Grenze zu Sachsen kam es zu Stromausfällen. An rund 20 Bahnstrecken mussten umgestürzte Bäume entfernt werden.

Bilanz des Orkantiefs "Friederike"
Marianne Allweiss, DLF
19.01.2018 14:32 Uhr

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 18. Januar 2018 um 22:30 Uhr.

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