Studie: Mehr Zustimmung für rechtsextreme Ansichten

NPD-Wahlplakat

Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung

Mehr Zustimmung für rechtsextreme Ansichten

Wissenschaftler haben in einer aktuellen Studie vor der Verbreitung von rechtsextremen Einstellungen in Deutschland gewarnt. Gegenüber der vorangegangenen Studie "Die Mitte in der Krise" aus dem Jahr 2010 sei in Deutschland insgesamt der Prozentsatz derer, die über ein geschlossenes rechtsextremes Weltbild verfügen, von 8,2 auf 9,0 Prozent angestiegen.

Beurteilung der Ausländerfeindlichkeit in der Studie "Die Mitte in der Krise"
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38,7 Prozent der Befragten aus Ostdeutschland sind ausländerfeindlich. Der Wert steigt seit Jahren kontinuierlich an.

Die Wissenschaftler mahnten: Die drängende Aufarbeitung der rassistisch motivierten Mordserie des "Nationalsozialistischen Untergrunds" beschäftige "derzeit nicht nur parlamentarische Untersuchungsausschüsse, Staatsanwaltschaften und Polizei, sondern auch die Medien und die Öffentlichkeit". Zu wenig Beachtung finde "allerdings häufig, dass es menschenfeindliches Denken und Rassismus in ihrer alltäglichen Ausprägung sind, die den Resonanzboden bilden für das Entstehen von organisiertem, gewalttätigem Rechtsextremismus". Rechtsextremismus auf der Einstellungsebene sei kein Randproblem, sondern "eines der Mitte der Gesellschaft", schreiben Elmar Brähler und Oliver Decker in der Untersuchung, die von der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung in Auftrag gegeben wurde.

Studie: Rechtsextreme Einstellungen breiten sich weiter aus
tagesschau 20:00 Uhr, 12.11.2012, Andreas König, RBB

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Bildung als Schlüssel gegen den Hass

Die Studie habe erneut gezeigt, wie hoch der Einfluss von Bildung auf die Verbreitung von rechtsextremen Einstellungen ist. "Die Zustimmungswerte der Befragten ohne Abitur zu den einzelnen Dimensionen sind durchgehend mehr als doppelt so hoch wie bei der Gruppe, die mindestens den Bildungsabschluss Abitur hat", schreiben die Autoren der Untersuchung. Zudem wurde deutlich, dass Befragte über 60 Jahre in allen Dimensionen deutlich höhere Zustimmungswerte haben.

Frage zum Antisemitismus in der Studie "Die Mitte in der Krise"
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"Auch heute noch ist der Einfluss der Juden zu groß", meinen 19,7 Prozent der Befragten aus Westdeutschland.

Die Studie kam allerdings zu dem Ergebnis, dass in Ostdeutschland eine Generation heranwächst, die starke Zustimmungswerte zu rechtsextremen Einstellungen zeigten. "Hier wächst eine Generation heran, die alle bisherigen Gruppen in ihrer rechten Einstellung zu überbieten droht", warnen die Autoren. Wie sich bereits im Jahr 2010 angedeutet habe, könne man "inzwischen von einem klaren Trend in Ostdeutschland sprechen: Derzeit haben knapp 16 Prozent der Ostdeutschen ein geschlossenes rechtsextremes Weltbild, Tendenz steigend". Vor zwei Jahren lag dieser Wert bei 10,5 Prozent.

Alleine mit Strukturproblemen in Ostdeutschland, die auch 20 Jahre nach der Wende nicht adäquat angegangen würden, lasse sich diese Zunahme nicht erklären, meinen die Forscher. Unter den ostdeutschen Befragten war die Zustimmung zu rechtsextremen Einstellungen durchweg höher als bei den Westdeutschen - besonders deutlich fiel dies bei dem Thema Ausländerfeindlichkeit auf.

Verbreitung eines geschlossenen rechtsextremen Weltbilds in der Studie "Die Mitte in der Krise"
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Knapp 16 Prozent der Ostdeutschen haben ein geschlossenes rechtsextremes Weltbild - Tendenz steigend. Vor zwei Jahren lag dieser Wert bei 10,5 Prozent.

Je weniger Migranten, desto größer die Ablehnung

Gleichwohl warnten die Wissenschaftler davor, Rechtsextremismus als reines ostdeutsches Problem zu klassifizieren. "Abwärtsdriftende Regionen gibt es zwar vor allem in Ostdeutschland, aber nicht nur dort. Stadtstaaten (Hamburg, Berlin) schneiden grundsätzlich besser ab als ländlich geprägte, weniger industrialisierte Flächenstaaten. Die Ausländerfeindlichkeit ist zudem nicht etwa da besonders hoch, wo sich unterschiedliche Bevölkerungsgruppen täglich begegnen, sondern dort, wo kaum Migranten wohnen."

Frage zum Sozialdarwinismus in der Studie "Die Mitte in der Krise"
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"Eigentlich sind die Deutschen anderen Völkern von Natur aus überlegen." Knapp 23 Prozent der Befragten aus Ostdeutschland stimmen dieser Aussage zu.

Als Grundlage für die Studie wurden im Sommer 2415 deutsche Staatsangehörigen sowie 95 Personen ohne deutsche Staatsbürgerschaft befragt. Die gesamte Untersuchung steht online zur Verfügung.

Stand: 12.11.2012 11:37 Uhr

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