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Untersuchung der Uni Bamberg

Studie: Deutsche zahlen bei Privat-Altersvorsorge drauf

Die Deutschen verlieren laut einer Studie bei der privaten Altersvorsorge viel Geld, weil sie schlecht beraten werden. Der Bamberger Finanzwissenschaftler Andreas Oehler beziffert die Verluste auf insgesamt 50 Milliarden Euro jährlich. Er hat für die Studie keine eigenen Daten erhoben, sondern Untersuchungen von Verbraucherschützern und der Stiftung Warentest ausgewertet und daraus die entsprechenden Summen errechnet.

30 Milliarden auf dem Grauen Kapitalmarkt...

Broschüren einer Versicherung zur Altersvorsorge
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Broschüren einer Versicherung zur Altersvorsorge (Archivbild). Die Studie der Uni Bamberg übt deutliche Kritik an der Beratung.

Die größten Verluste entstehen demnach nicht bei privaten Renten- oder Kapitallebensversicherungen, sondern bei Anlagen auf dem sogenannten Graue Kapitalmarkt. In diesem unter geringer staatlicher Kontrolle stehendem Segment des Finanzmarkts werden Produkte wie etwa Beteiligungen an Immobilienfonds angeboten, mit denen Kapital gebildet werden soll, das letztlich auch der Altersvorsorge dient.

Hierbei handele es sich um Geldanlagen, die den meisten Verbrauchern weniger geläufig seien dürften, heißt es in der Untersuchung. Nicht selten seien in diesem Markt auch "windige Vermittler" aktiv. Der Finanzschaden für Verbraucher auf dem grauen Kapitalmarkt wird in der Studie auf 30 Milliarden Euro geschätzt. Kernproblem sei, dass den Bürgern die Expertise fehle, um die Produkte richtig beurteilen zu können und die Beratungen dies häufig nicht ausglichen, so Oehler.

Grüne fordern mehr Transparenz bei privater Altersvorsorge
E. Corell, ARD Berlin
27.12.2012 13:50 Uhr

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...16 Milliarden bei Lebens- und Rentenversicherungen...

Als zweites großes Segment nennt die Studie Kapitallebens- und private Rentenversicherungen. Hier summierten sich die Verluste auf 16 Milliarden Euro jährlich, heißt es in der Untersuchung. Bemängelt wird, dass viele Kunden die langen Laufzeiten der Verträge nicht schultern könnten. Dies wüssten die Anbieter, würden diese Produkte aber trotzdem verkaufen. Den Angaben nach werden drei von vier Verträgen mit einer 30-jährigen Laufzeit und 55 Prozent aller Verträge über 20 Jahre vorzeitig und damit mit Verlusten für den Versicherungsnehmer gekündigt.

Robin Lautenbach (ARD Berlin) zur Studie
tagesschau 12:00 Uhr, 27.12.2012

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...eine Milliarden bei Riester-Rente

Bei Riester-Renten, dem dritten aufgeführten größeren Segment, verschenkten viele Verbraucher Geld, weil diese die ihnen zustehenden staatlichen Zulagen nicht beantragten. Die Zulagenförderung werde "nur sehr unzureichend in Anspruch genommen". Ein knappes Fünftel der berechtigen Personen bekomme weniger als die Hälfte der Grundzulage. Insgesamt dürften sich die Schäden daraus auf eine Milliarde Euro belaufen.

Die Studie, die auch noch weitere Segmente der Altersvorsorge betrachtet, war von der Grünen-Bundestagsfraktion in Auftrag gegeben worden. Fraktionsvize Bärbel Höhn erklärte, die Probleme seien seit Jahren bekannt. "Es ärgert mich, dass die Bundesregierung es nicht schafft, dass schlechte Finanzprodukte besser erkannt werden und schwarzen Schafen schneller das Handwerk gelegt wird."

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) kritisierte die Studie. Sie basiere auf falschen Annahmen. Das Gutachten sei auch keineswegs repräsentativ. Die Oehler-Studie stütze sich bei den Versicherungen "auf gerade einmal 1115 gekündigte Verträge aus den vergangenen zehn Jahren", sagte der Vorsitzende der GDV-Hauptgeschäftsführung, Jörg von Fürstenwerth. Dabei handele es sich ausschließlich um Beschwerdefälle. Insgesamt gebe es in Deutschland über 90 Millionen Lebens- und Rentenversicherungsverträge.

Das Verbraucherschutzministerium erklärte in einer ersten Stellungnahme, die Studie liege nicht vor, deshalb könne auch nicht beurteilt werden, ob sie seriös sei.

Stand: 27.12.2012 14:21 Uhr

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