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Mit Kundgebungen und Demonstrationen in mehr als 70 Städten erfahren zur Stunde die seit Anfang der Woche laufenden Proteste der Studenten und Schüler einen vorläufigen Höhepunkt. Aufgerufen hat dazu das bundesweite Aktionsbündnis "Bildungsstreik 2009". Die Gewerkschaften ver.di und GEW unterstützen die Aktionen.
[Bildunterschrift: "Heute schon auswendig gelernt?", fragt diese Schülerin in Frankfurt. ]
Schüler wie Studenten fordern dabei mehr Geld für die Bildung. Der Protest der Studierenden richtet sich auch gegen die in sechs unionsgeführten Bundesländern eingeführten Studiengebühren sowie gegen die "Verschulung des Studiums" in den neuen sechssemestrigen Bachelor-Studiengängen. Die Schüler wenden sich gegen die "überhastet eingeführte Schulzeitverkürzung" bis zum Abitur sowie gegen ein aus ihrer Sicht überholtes Notensystem.
Bundesbildungsministerin Annette Schavan zeigte wenig Verständnis für die Proteste. Im Deutschlandfunk nannte die CDU-Politikerin die Forderungen der Studierenden "zum Teil gestrig". Sie sei "sehr einverstanden", wenn sich Schüler und Studenten mit dem Bildungssystem beschäftigen. "Aber wer streikt, muss auch Fakten zur Kenntnis nehmen. Wer sagt, wir müssen Bachelor- und Masterstudiengänge wieder abschaffen, der nimmt nicht zur Kenntnis, dass Deutschland Teil des europäischen Bildungsraums ist."
Schavan kündigte an, im Juli zu einer Konferenz einzuladen. Dabei will sie mit Studierenden über die verkürzten Studiengänge sprechen und für mehr Akzeptanz werben. An einigen Stellen müsse nachgebessert werden, räumte die Ministerin an.
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Auch die Vorsitzende der Hochschulrektorenkonferenz, Margret Wintermantel, räumte Versäumnisse bei der Hochschulreform ein. Es gebe "Fehler in der Umsetzung", sagte sie im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF. Wintermantel kündigte an, Studiengänge zu überprüfen. Zudem äußerte sie Verständnis für die Anliegen der Studierenden, verteidigte aber das von den Studenten angegriffene Bachelor-Master-System.
Am Dienstag war es zu weiteren symbolischen Besetzungen von Hochschulgebäuden gekommen - unter anderem in Berlin, Göttingen, Halle, Hannover, Heidelberg, Jena und Köln. Alle Aktionen sind bislang friedlich verlaufen.
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