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Die Bundesregierung will einem Medienbericht zufolge alle atomaren Zwischenlager in Deutschland einem Stresstest unterziehen. Das melden die Nachrichtenagenturen dapd und dpa, die sich auf die Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion berufen.
Demnach untersucht die Entsorgungskommission (ESK) "alle Einrichtungen für die Aufbewahrung bestrahlter Brennelemente in Transport- und Lagerbehältern", heißt es in dem Schreiben des Umweltministeriums an die Abgeordnete Sylvia Kotting-Uhl. Die ESK berät das Bundesumweltministerium in Fragen des Umgangs mit atomarem Müll. Überprüft werden soll demnach ausdrücklich auch das Risiko bei einem Flugzeugabsturz.
"Die Ergebnisse der Untersuchungen der Entsorgungskommission werden voraussichtlich Ende der zweiten Jahreshälfte 2012 vorliegen", schreibt die parlamentarische Umwelt-Staatssekretärin Ursula Heinen-Esser (CDU) in der Antwort.
Konkret geht es darum, ob die oberirdischen Lager, in denen bestrahlte Brennelemente bis zu einer Endlagerung aufbewahrt werden, sicher genug sind etwa gegen Flugzeugabstürze. Betroffen von der bereits 2011 eingeleiteten Überprüfung sind die zentralen Zwischenlager in Ahaus, Gorleben, Greifswald und Jülich sowie die Zwischenlager an den Atomkraftwerken Biblis, Brokdorf, Brunsbüttel, Grafenrheinfeld, Grohnde, Gundremmingen, Isar, Krümmel, Emsland, Neckarwestheim, Philippsburg und Unterweser. Nach Angaben des Ministeriums erarbeitet die ESK einen Kriterienkatalog für den Stresstest.
Unabhängig von dem Stresstest sollen alle Zwischenlager für hoch radioaktiven Atommüll mit meterhohen Mauern nachgerüstet werden, um sie gegen mögliche Terrorangriffe besser zu sichern. Diese schon vor der Reaktorkatastrophe im japanischen AKW Fukushima verabredete Maßnahme geht auf die Empfehlungen einer Bund-Länder-Kommission zurück.
Kotting-Uhl kritisierte das Tempo der Vorbereitungen. Bislang verliefen diese "eher unstressig und gemächlich", sagte sie der Nachrichtenagentur dapd. "Es wird Zeit, dass jetzt wenigstens einmal der Fragenkatalog auf den Tisch kommt", fügte sie hinzu.
Zugleich beklagte die Grünen-Politikerin, dass die Kriterien des AKW-Stresstests im Mai 2011 zu lasch gewesen seien. Als Konsequenz forderte sie eine strengere Grundlage für die Sicherheitsüberprüfung der Zwischenlager.
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