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Umfrage unter Arbeitnehmern in Deutschland

Der Stress im Job nimmt zu

Berufstätige arbeiten am Computer
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40 Prozent der Beschäftigten können nach eigenen Angaben nur noch selten Rücksicht auf familiäre Interessen nehmen.

Knapp die Hälfte der Erwerbstätigen in Deutschland ist überzeugt, dass der Stress im Arbeitsalltag in den vergangenen zwei Jahren zugenommen hat. Rund jeder zweite Arbeitnehmer arbeitet nach eigenen Angaben unter starkem Termin- und Leistungsdruck. Das geht aus dem "Stressreport Deutschland 2012" der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hervor.

Für die Studie wurden mehr als 17.000 Arbeitnehmer zu psychischen Anforderungen, Belastungen und Stressfolgen ihres Arbeitsalltags befragt. Knapp 60 Prozent der Befragten gaben demnach an, verschiedene Aufgaben gleichzeitig betreuen zu müssen, fast jeder Zweite (44 Prozent) wird bei der Arbeit durch Störungen wie Telefonate und Emails unterbrochen. Weil für 47 Prozent der Beschäftigten Ruhepausen nicht in den Arbeitsablauf passen oder sie nach eigenem Bekunden zu viel Arbeit haben, lässt jeder Vierte (26 Prozent) die Pause ausfallen.

Von der Leyen: "Ich erwarte, dass die Betriebe mitziehen."

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen will das Thema heute bei einer Tagung zur psychischen Gesundheit in der Arbeitswelt mit Arbeitgebern und Gewerkschaftsvertretern erörtern. Der "Bild"-Zeitung sagte die CDU-Politikerin vorab: "Ich will dem chronischen Stress den Kampf ansagen und erwarte, dass die Betriebe mitziehen." Stress bei der Arbeit könne vorkommen, aber nicht dauerhaft. Und er dürfe auch nicht krank machen. Zugleich hob von der Leyen hervor, dass mehr als 80 Prozent erklärt hätten, sie könnten sich auf gute Zusammenarbeit mit Kollegen verlassen, und 96 Prozent meinten, sie fürchteten keine Entlassung.

Weitere Ergebnisse sind dem Report zufolge, dass insgesamt 64 Prozent der Beschäftigten auch am Samstag, 38 Prozent an Sonn- und Feiertagen arbeiten. Fast die Hälfte der Vollzeitbeschäftigten sei mehr als 40 Stunden pro Woche beschäftigt, rund ein Sechstel sogar mehr als 48 Stunden. Dies führe dazu, dass 40 Prozent der Befragten arbeitsbedingt nur selten oder nie Rücksicht auf familiäre oder private Interessen nehmen könnten.

Immer öfter krank

Ein Angestellter sitzt nach Einbruch der Dunkelheit in seinem Büro am Schreibtisch (mit Zoomeffekt fotografiert).
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Arbeitnehmer leiden auch zunehmend an nächtlichen Schlafstörungen.

Die Arbeitsbelastung sorge außerdem auch immer öfter für Krankheiten, heißt es weiter. Klagten 2006 noch 43 Prozent über Rückenschmerzen, waren es im vergangenen Jahr bereits 47 Prozent.

Während 2006 nur 30 Prozent unter stressbedingten Kopfschmerzen litten, seien es 2012 35 Prozent gewesen. Die Anzahl der von nächtlichen Schlafstörungen geplagten Arbeitnehmern sei von 20 auf 27 Prozent gestiegen.

DAK kam zu einem ähnlichen Ergebnis

Bereits gestern hatte die Krankenkasse DAK-Gesundheit eine Analyse präsentiert, die auf ähnliche Entwicklungen hinweist. Demnach nahmen die psychischen Erkrankungen um vier Prozent zu und rückten erstmals auf Platz zwei aller Krankschreibungen. Mehr Ausfalltage hätten nur Muskel- und Skeletterkrankungen verursacht. Für ihre Untersuchung wertete die DAK-Gesundheit die Daten von 2,7 Millionen Beschäftigten aus. Die Entwicklung werde für die Arbeitswelt "zunehmend zum Problem", warnte das Unternehmen.

Aus dessen Erhebungen geht allerdings auch hervor, dass der Krankenstand 2012 insgesamt gegenüber dem Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent gesunken ist. Zudem meldete sich mehr als die Hälfte aller erwerbstätigen DAK-Versicherten (52,1 Prozent) im gesamten Jahr nicht ein einziges Mal krank.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 29. Januar 2013 um 09:00 Uhr.

Stand: 29.01.2013 10:50 Uhr

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