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29.05.2012

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"Steuerzahler-Gedenktag": Ab heute für die eigene Tasche arbeiten
"Steuerzahler-Gedenktag"

Ab heute wandert das Geld in die eigene Tasche

Wirklich gemerkt haben dürfte es keiner, doch um 3.36 Uhr hat sich für den deutschen Steuerzahler Wesentliches geändert: Seitdem wirtschaftet er in seine eigene Tasche. Ausgerechnet hat das der "Bund der Steuerzahler", der jedes Jahr symbolisch den "Steuerzahler-Gedenktag" ausruft.

Von Griet von Petersdorff, RBB

Infografik: "Was pro Euro übrig bleibt?" Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Von jedem verdienten Euro wandern nur 49 Cent tatsächlich in die Tasche der Steuerzahler. Rein rechnerisch arbeitet daher jeder Deutsche gut die Hälfte des Jahres für den Staat. ]

Kalte Progression:

Von kalter Progression spricht man, wenn eine Lohnsteigerung zwar zu einer höheren Steuerbelastung, aber nicht zu einem höheren Realeinkommen führt. Das hat mit dem Zusammenspiel von Inflation und dem progressiven Verlauf der Einkommenssteuertarife zu tun.

Nach deutschem Steuerrecht wird (oberhalb des Grundfreibetrags und unterhalb des Spitzensteuersatzes) jeder zusätzlich verdiente Euro mit einem höheren Satz besteuert. Wenn die Löhne steigen, die Steuersätze aber nicht verändert werden, wachsen immer mehr Arbeitnehmer in höhere Steuersätze hinein. De facto ist die kalte Progression also eine versteckte Steuererhöhung.

Damit sich Arbeitnehmer tatsächlich mehr leisten können, muss die Gehaltserhöhung deutlich über der Inflationsrate liegen. Ansonsten sorgt der Effekt der kalten Progression dafür, dass sie sich nach einer Einkommenserhöhung real - also unter Berücksichtigung der Inflation - nicht mehr oder im Extremfall sogar weniger leisten können als vorher.
 
Stand: 06.07.2011 14:23 Uhr
 

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