Frank-Walter Steinmeier nach seiner Wahl zum Bundespräsidenten  | Bildquelle: dpa

Vor Einzug ins Schloss Bellevue Was Steinmeier noch erledigen muss

Stand: 13.02.2017 05:07 Uhr

Gewählt ist er seit gestern - Bundespräsident wird Frank-Walter Steinmeier aber erst Mitte März. Und jetzt? Mehrere Wochen Langeweile? Keineswegs - es gibt viel zu tun. Die wichtigsten sechs Punkte.

Von Sabine Müller, ARD-Hauptstadtstudio

Fünf Wochen sind es noch, bis Frank-Walter Steinmeier offiziell sein neues Amt übernimmt, und er wird gerade oft nach dieser doch recht langen Zeitspanne gefragt. Ob ihm langweilig werde? Steinmeier sieht das aber anders: Er finde es gut. Denn der 61-Jährige hat noch einiges zu tun, bevor es im Bundespräsidentenamt losgeht.

Erstens: Endgültig Abschied nehmen vom alten Amt

Zwar ist Frank-Walter Steinmeier schon seit Ende Januar nicht mehr Außenminister, und er wirkte auch immer ganz entspannt, wenn man ihn seitdem beim Mittagessen mit seinen Bundestagsbüromitarbeitern in der Kantine sah. Aber der Abschied fiel schwer, und das Loslassen ist offensichtlich nicht leicht. Die fünf Wochen Übergangszeit hält Steinmeier für eine gute Möglichkeit, um herunterzukommen.

Zweitens: Einarbeiten

Steinmeier machte gerade zum Ende seiner Außenministerzeit schon einen ziemlich präsidialen Eindruck, deshalb fällt ihm die Umstellung aufs neue Amt vielleicht nicht so schwer. Und er sagt selbstbewusst: Man traut mir schon zu, dass ich den Wechsel vom SPD-Minister zum Bundespräsidenten bewältige und weiß, dass die Verfassung nach Überparteilichkeit verlangt. Den Verdacht, er könne versuchen, den Nebenaußenminister zu spielen, weist Steinmeier zurück.

Drittens: Übergabe und Vorbereitung

Jetzt, wo die Wahl vorbei ist, kann die Amtsübergabe ganz offiziell losgehen. Aber schon vorher ist einiges gelaufen. Zum Beispiel hat sich das Ehepaar Steinmeier-Büdenbender in den vergangenen Wochen mehrmals mit Joachim Gauck und dessen Lebenspartnerin Daniela Schadt getroffen. Konkrete Vorbereitungen laufen jetzt für die ersten Reisen des neuen Bundespräsidenten - geplant sind Besuche in allen 16 Bundesländern. Und die erste Auslandsreise? Traditionell war das bei Bundespräsidenten oft Frankreich. Steinmeier sagt, da sei noch nichts entschieden.

#kurzerklärt: Wie mächtig ist der Bundespräsident?
nachtmagazin 00:49 Uhr, 09.02.2017, Alina Stiegler, NDR

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Viertens: Feinschliff fürs Team

Die meisten wichtigen Posten sind längst geklärt: Steinmeier nimmt viele Vertraute aus dem Auswärtigen Amt mit ins Schloss Bellevue. Zum Beispiel seinen bisherigen Staatssekretär Stephan Steinlein, der Chef des Präsidialamts wird. Und seinen Redenschreiber - dessen Rolle wird jetzt noch wichtiger, denn weil der Bundespräsident kaum tatsächliche Macht hat, muss er vor allem mit der Macht des Wortes wirken.

Eine wichtige Personalie ist noch offen: Wer spricht für den Bundespräsidenten Steinmeier? Die Entscheidung ist angeblich bereits gefallen – möglicherweise ergänzt eine Frau das bisher doch recht männerdominierte Team.

Fünftens: Umzug oder nicht?

Oft wurde spekuliert, Steinmeier und seine Frau könnten in ihrem jetzigen Haus wohnen bleiben - das sei schließlich schon für den Außenminister besonders gesichert worden. Aber inzwischen heißt es, es wären doch noch umfangreichere Umbauarbeiten fällig - deshalb geht die Tendenz jetzt wohl zur offiziellen Bundespräsidenten-Dienstvilla in Berlin-Dahlem.

Sechstens: Soziales Engagement der First Lady

Ein paar Dinge sind für Steinmeiers Frau Elke Büdenbender schon klar: Die Gattin des Bundespräsidenten engagiert sich traditionell für Mütter und Kinder, etwa als Schirmherrin bei UNICEF. Wie sie ihre Rolle darüber hinaus gestalten will, welche weiteren Schwerpunkte sie setzt, ist Sache der jeweiligen First Lady.

Sie habe sich darüber schon Gedanken gemacht - mehr wollte Büdenbender am Samstagabend bei der SPD-Wahlparty nicht verraten.

Fest steht schon, dass das Ehepaar Steinmeier-Büdenbender vor dem Amtsantritt auch noch ein bisschen Urlaub machen wird. Und vielleicht ist Steinmeier ja auch noch auf der Suche nach ein, zwei neuen Hobbys. Denn als Bundespräsident wird sein Terminkalender deutlich entspannter sein als bisher - vielleicht zu entspannt für einen, der seit Jahrzehnten Power-Politik betreibt.

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Über dieses Thema berichteten das nachtmagazin am 09. Februar 2017 um 00:49 Uhr und tagesschau24 am 13. Februar 2017 um 11:00 Uhr.

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