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Steinbrück verteidigt umstrittene Honorare.

SPD will Steinbrück zum Kanzlerkandidaten küren

Heute muss er überzeugen

In Hannover hat der Sonderparteitag der SPD begonnen. Einziger Programmpunkt: Die Wahl Peer Steinbrücks zum Kanzlerkandidaten. Mehr als 90 Prozent der Delegierten werden für ihn stimmen, prophezeit die Parteispitze. Dafür muss Steinbrück in seiner Rede vor den Genossen überzeugen. Heikle Themen will er aber nicht aussparen.

Von Robert Kiendl, RB, ARD-Hauptstadtstudio

Der designierte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück
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Der designierte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück

Peer Steinbrück hat wirklich schwierige Wochen hinter sich. In der Debatte um seine Nebeneinkünfte hat er oft eine ziemlich unglückliche Figur gemacht. Umso mehr weiß der 65-Jährige, dass es jetzt auf dem SPD-Parteitag darauf ankommt. "Ich gebe gerne zu das wird einer der wichtigsten Tage in meinem politischen Leben. Vielleicht nicht nur bezogen auf das politische Leben sondern ganz generell", sagt Steinbrück.

In Halle 7 der Hannover Messe will sich Steinbrück nun endlich offiziell von den Sozialdemokraten zu ihrem Kanzlerkandidaten küren lassen. Und er ist, sagt er zumindest, guter Dinge, so kurz vor seinem entscheidenden Auftritt: "Ich hab mir eine Reihe von Tagen Zeit genommen, um eine Rede zu entwerfen und ihr den letzten Schliff zu geben. Ich bin entspannt, außer einer leichten Erkältung ist alles sehr gut vorbereitet."

Eine Stunde soll Steinbrück zu den Delegierten sprechen

Dann also ab auf die Bühne. Gut eine Stunde lang soll Steinbrück zu den rund 600 Delegierten sprechen, dort oben am Rednerpult auf dem langen Laufsteg, der wie bei einer Modenschau oder bei einem Popkonzert weit in die Halle hineinragt. Roter Teppich, drum herum ein riesiges, rundes Panoramabild, das zeigen soll, wie schön Deutschland ist – oder wie schön es in den Augen von SPD-Chef Sigmar Gabriel wäre, wenn erst mal Steinbrück regiert, und nicht mehr Angela Merkel.

SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel und Peer Steinbrück, designierter SPD-Kanzlerkandidat.
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SPD-Vorsitzender Gabriel und Steinbrück wollen die Regierung Merkel ablösen.

"Wir wollen, dass in Deutschland endlich wieder wirtschaftliche Stärke, soziale Sicherheit und sozialer Zusammenhalt zusammengeführt wird und Menschen die bei uns hart arbeiten, endlich wieder davon leben können", sagt Gabriel.

Skeptische Genossen von sich überzeugen

Das soll die inhaltliche Botschaft sein, die von diesem Parteitag ausgeht. Gabriel sieht das so und Steinbrück sieht das auch so. Vor allem mit dem Thema Gerechtigkeit will er versuchen, skeptische Genossen von sich zu überzeugen. Einige wenige soll es ja nach wie vor geben. Und die Frauen?

Hartnäckig wird Peer nachgesagt, er habe mit seiner oft schroffen Art Probleme, gerade bei Wählerinnen zu punkten – was Gabriel und Hannovers SPD-Oberbürgermeister Stephan Weil, der ebenfalls im Wahlkampf ist, überhaupt nicht bestätigen können. "Meine Frau findet ihn gut, also von daher kann das schon nicht stimmen", sagt Gabriel und Weil pflichtet ihm bei. "Wer mich kennt und wer meine Politik aus den letzten Jahren verfolgt, weiß, dass ich relativ früh auch mit Blick auf das Thema der Frauenförderung etwas gemacht habe, dass ich mich diesen Themen immer gestellt habe", so Steinbrück.

Gleichberechtigung von Männern und Frauen

Er will in seiner Bewerbungsrede intensiver auf die Gleichberechtigung von Männern und Frauen eingehen. Und er wird auch, sicherlich der heikelste Punkt, ein paar Takte zu seinen umstrittenen Vortragshonoraren sagen. Davor will Steinbrück sich nicht drücken: "Ich hab mich in meinem Leben noch nie gedrückt. Ich werde in angemessenen Worten darauf eingehen. Sie können sich aber vorstellen, dass das nicht der Hauptteil meiner Rede sein wird."

Steinbrück-Parteitag: "Einer der wichtigsten Tage in meinem Leben!"
R. Kiendl, ARD
09.12.2012 02:08 Uhr

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Mehr als 90 Prozent der Parteitagsdelegierten werden für Steinbrück stimmen, prophezeit die SPD-Spitze. Tatsächlich sollten es aber mindestens 93 Prozent sein. Das ist nämlich das Ergebnis, mit dem Gerhard Schröder vor gut 14 Jahren zum Herausforderer von Helmut Kohl gewählt wurde – das bisher schlechteste Nominierungsresultat für einen SPD-Kanzlerkandidaten. Und da sollte Steinbrück nach den verkorksten letzten Wochen nun doch bitteschön drüber liegen, damit die Aufholjagd auf Merkel endlich beginnen kann.

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Stand: 09.12.2012 11:58 Uhr

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