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Bevölkerungsstatistik
Deutsche bekommen immer weniger Kinder
Noch nie sind in Deutschland weniger Babys geboren worden als im vergangenen Jahr. Gerade einmal 663.000 Kinder kamen 2011 zur Welt - 15.000 weniger als noch ein Jahr zuvor. Ein Minus von 2,2 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Zum Vergleich: 1964 wurden in Deutschland noch knapp 1,4 Millionen Babys geboren. Seitdem sinkt die Geburtenrate stetig.
Bereits seit 1972 sterben mehr Menschen als Kinder geboren werden. Die Lücke zwischen Geburtenrate und Sterberate vergrößerte sich auch im vergangenen Jahr weiter: Zwar ging auch die Zahl der Sterbefälle 2011 leicht zurück, um 0,7 Prozent auf 852.000. Allerdings fällt der Rückgang weniger stark aus als bei den Geburten.
Trotz dieser Entwicklung stieg die Einwohnerzahl im vergangenen Jahr, denn es kamen deutlich mehr Zuwanderer ins Land: Insgesamt zogen rund 279.000 mehr Menschen nach Deutschland als abwanderten. Das ist die höchste Zahl seit zehn Jahren. Unterm Strich ergebe sich daher ein Plus von fast 100.000 Einwohnern, sagte Destatis-Experte Reinhold Zahn auf der Pressekonferenz in Wiesbaden.
Trend setzt sich in Zukunft fort
Langfristig ist der Bevölkerungsrückgang nach Angaben der Statistiker jedoch nicht aufzuhalten. Weniger Geburten bedeuteten nämlich auch - in einigen Jahrzehnten - weniger Mütter. Sind die jetzt geborenen Mädchen erwachsen und haben wie die Frauen heute ebenfalls durchschnittlich weniger als 2,1 Kinder, wird die Zahl der Babys zwangsläufig weiter sinken. Die Zahl der Sterbefälle werde dagegen zunehmen, weil nun die starken Jahrgänge das entsprechende Alter erreichen.
Die Deutschen bekommen nicht nur weniger Kinder, sie heiraten auch seltener: Die Zahl der Eheschließungen nahm im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Prozent ab. Gerade einmal noch 378.000 Paare gaben sich 2011 das Ja-Wort.
Die Angaben des Statistischen Bundesamts beruhen auf vorläufigen Daten, die endgültigen Ergebnisse sollen im August vorgelegt werden.
Stand: 02.07.2012 13:29 Uhr
