Ministerium für Staatssicherheit | Bildquelle: ZB

Jahn ruft zur weiteren Aufarbeitung auf "Wir müssen die DDR-Diktatur begreifen"

Stand: 01.10.2011 12:11 Uhr

In der Debatte über den Umgang mit den Stasi-Akten hat der Bundesbeauftragte Roland Jahn an die Politik appelliert, sich weiter zur Aufarbeitung der DDR-Geschichte zu bekennen. Die Notwendigkeit der Aufklärung werde es "ewig geben", sagte der Chef der Stasiunterlagen-Behörde in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung" zum Tag der Deutschen Einheit.

Roland Jahn | Bildquelle: dapd
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Lobt die umstrittene Änderung des Stasiunterlagen-Gesetzes: Der Bundesbeauftragte Jahn

"Wir müssen die DDR-Diktatur begreifen. Je besser das gelingt, umso besser können wir Demokratie gestalten." Seine Behörde werde es daher solange geben, wie sie Aufgaben zu erfüllen habe. Jahn begrüßte die umstrittene Änderung des Stasiunterlagen-Gesetzes, die der Bundestag gestern mit den Stimmen von Union und FDP beschlossen hatte.

"Damit Vertrauen da ist"

Es sei wichtig, dass sich der Bundestag zur Aufarbeitung bekenne: "Es geht darum, dass Hinterbliebene besseren Zugang zu den Akten bekommen. Und es geht darum, dass die Überprüfung des öffentlichen Dienstes rechtsstaatlich geregelt fortgesetzt wird, damit das Vertrauen in den öffentlichen Dienst da ist", sagte Jahn. Der Bundesbeauftragte warnte davor, die Opfer zu vergessen: "Wenn wir die Opfer vernachlässigen, dann reißen wir die Gräben tiefer und tiefer auf."

Anfragen in Außenstellen auf Niveau der Vorjahre

Die Nachfrage nach Einsicht in Stasi-Akten ist ungebrochen. Das ergab eine Nachfrage der Nachrichtenagentur dapd in mehreren Außenstellen der Stasiunterlagen-Behörde. So seien etwa in den Außenstellen Magdeburg und Halle in Sachsen-Anhalt in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 4800 Anträge eingegangen. Das sei in etwa das Niveau der vergangenen Jahre, so der stellvertretende Leiter der Abteilung Auskunft, Herbert Ziehm. Auch in den Außenstellen in Sachsen und Thüringen bewegt sich die Nachfrage auf weiterhin hohem Niveau.

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