Staatsakt für Helmut Schmidt | Bildquelle: AP

Staatsakt für Helmut Schmidt "Wir haben einen Giganten verloren"

Stand: 23.11.2015 15:24 Uhr

Letzte Ehre für Helmut Schmidt: Bei einem Staatsakt im Hamburger Michel haben 1800 Gäste Abschied vom früheren Bundeskanzler genommen. Henry Kissinger würdigt Schmidt als "besonderen Freund", Olaf Scholz nannte ihn "einen Giganten".

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen haben rund 1800 Gäste bei einem Staatsakt in der Hamburger Michaelis-Kirche Abschied vom früheren Bundeskanzler Helmut Schmidt genommen. Unter den Trauernden waren Bundespräsident Joachim Gauck und Kanzlerin Angela Merkel sowie Weggefährten Schmidts wie Frankreichs Ex-Präsident Valérie Giscard d'Estaing und Ex-US-Außenminister Henry Kissinger.

Deutschland nimmt Abschied von Helmut Schmidt
tagesthemen 22:15 Uhr, 23.11.2015, Daniel Satra, NDR

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Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz würdigte den Verstorbenen als Vorbild und "größten Sohn der Hansestadt". Schmidt habe "vorgelebt, wie anständige und vernünftige Politik aussieht. Seine Geradlinigkeit hat Vertrauen erzeugt und ihn zum Vorbild für viele gemacht", sagte Scholz und fügte an: "Wir haben einen Giganten verloren." Er lobte zudem den "lebensklugen politischen Pragmatismus" Schmidts, aus dem "scheinbar unbegrenzte moralische Autorität" erwachsen sei.

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Helmut Schmidt - ein Leben in Bildern

Helmut Schmidt im Jahr 1925

Helmut Schmidt wird am 23. Dezember 1918 als Sohn des Volksschullehrers und Diplomhandelslehrers Gustav Schmidt und dessen Frau Ludovica in Hamburg geboren.

"Er verkörperte Mut und Vision"

Kissinger bezeichnete Schmidt in einer sehr persönlichen, auf Deutsch gehaltenen Rede als "besonderen Freund." Er habe die für Staatsmänner elementaren Eigenschaften Vision und Mut verkörpert, ohne sie für sich selbst zu reklamieren, so der frühere amerikanische Spitzenpolitiker.

Kanzlerin Angela Merkel sagte, Schmidt sei auch im hohen Alter "ungeheuer präsent" gewesen und habe sich "als scharfsinniger Beobachter" größten Respekt erworben. Die gebürtige Hamburgerin Merkel erinnerte an die schwere Sturmflut 1962. Sie selbst war damals sieben Jahre alt wohnte bereits in Templin, während Teile der Familie noch in der Hansestadt lebten.

"Seit diesen Tagen hat sich Helmut Schmidt in mein Gedächtnis eingegraben", sagte die Kanzlerin. "Wir haben ihm vertraut, dass er die Lage in den Griff bekommen würde - und so war es dann auch." Schmidt habe vorgelebt, was es bedeute, in besonders schwierigen Situationen Verantwortung zu übernehmen.

Abschied von Helmut Schmidt: Trauerfeierlichkeiten in Hamburg
Das Erste, 22:45 Uhr, 23.11.2015

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Langer Trauerzug durch die Stadt

Der Staatsakt hatte am Vormittag mit einem Gottesdienst begonnen. Der Hauptpastor der Michaelis-Kirche, Alexander Röder, sagte, der Tod Schmidts habe vielen Menschen Trauer und Schmerz gebracht. Der Sarg war in eine schwarz-rot-goldene Fahne gehüllt, die Kirche mit Sonnenblumen, weißen Lilien und Hortensien geschmückt.

Nach dem Staatsakt fuhr der Trauerzug mit dem Leichnam Schmidts durch die Stadt bis zum Friedhof Ohlsdorf. Tausende Menschen säumten die Straßen und erwiesen dem ehemaligen Bundeskanzler die letzte Ehre. Der Leichnam soll eingeäschert und später im engsten Kreis im Familiengrab bestattet werden. Der Termin für die Beisetzung wurde nicht bekannt gegeben.

Schmidt war am 10. November im Alter von 96 Jahren gestorben. Er amtierte von 1974 und bis 1982 als Bundeskanzler. Dabei war er unter anderem mit der schweren Ölkrise und dem Kampf gegen den Terrorismus der Rote-Armee-Fraktion konfrontiert. Auch die Auseinandersetzung um den NATO-Doppelbeschluss prägte Schmidts Kanzlerschaft.

Trauerfeier für Helmut Schmidt
D. Kaiser, NDR
23.11.2015 13:59 Uhr

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Das Erste blickt in einer Sondersendung auf den Staatsakt zurück: "Abschied von Helmut Schmidt" - heute um 22:45 Uhr.

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