Die deutsche und die türkische Flagge | Bildquelle: imago stock&people

Neue Vorwürfe gegen Türkei Deutsche Politiker im Visier des Geheimdienstes?

Stand: 28.06.2017 03:48 Uhr

Im März erntete die Türkei heftige Kritik, weil sie in Deutschland lebende mögliche Gülen-Anhänger bespitzelt haben soll. Nun gibt es laut einem Bericht der "Welt" neue Vorwürfe: Sammelte der türkische Geheimdienst verstärkt Informationen über deutsche Politiker?

Der türkische Geheimdienst sammelt offenbar verstärkt Informationen über deutsche Politiker. Das berichtet die Zeitung die "Welt". Vor allem Innen-, Außen- und Verteidigungspolitiker stünden dabei im Fokus.

Aus diesem Grund habe das Bundeskriminalamt (BKA) mit mehreren Abgeordneten sogenannte "Sicherheitsgespräche" geführt, in denen es auch um die mögliche Beobachtung durch den türkischen Geheimdienst und eine Gefährdungssituation durch türkische Nationalisten gegangen sei.

Das BKA bestätigte zwar, dass solche Gespräche geführt wurden und "mögliche Aktivitäten ausländischer Nachrichtendienste" Thema gewesen seien. Konkret auf die Türkei bezog sich die Behörde jedoch nicht.

Bereits im März wurden Spionage-Vorwürfe laut

Bereits im März hatte es Spionage-Vorwürfe gegen die Türkei gegeben. Die Regierung soll mutmaßliche Anhänger und Unterstützer der Gülen-Bewegung, die in der Bundesrepublik leben, bespitzelt haben. Ankara macht den Prediger Fethullah Gülen, der im US-Exil lebt, für den Putschversuch im vergangenen Sommer verantwortlich.

Der Generalbundesanwalt leitete wegen des Spionage-Verdachts ein Ermittlungsverfahren ein. Hunderte Fälle dieser Bespitzelung soll es geben: Im Februar hatte der türkische Geheimdienst MIT dem Bundesnachrichtendienst eine Liste mit möglichen Gülen-Anhängern übermittelt. Sie umfasste den Namen von mehr als 300 Personen und 200 Einrichtungen.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 28. Juni 2017 um 04:57 Uhr.

Darstellung: