Steinbrück stellt Beraterteam vor

Die ersten drei Mitglieder des SPD-

SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück präsentiert Beraterteam

Kompetenz, die erste

SPD-Spitzenkandidat Steinbrück hat die ersten drei Mitglieder seines Beraterteam vorgestellt. Eine Überraschung war die Nominierung der Design-Professorin Gesche Joost, die gerade bei jüngeren Wählern punkten soll.

Von Robert Kiendl, RB, ARD-Hauptstadtstudio

Mal wieder also eine Hiobsbotschaft für Peer Steinbrück. Die Magdeburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen seinen Wahlkampfmanager Heiko Geue wegen des Verdachts der Untreue. Als Finanzstaatssekretär in Sachsen-Anhalt soll Geue bei der Abrechnung von Dienstreisen getrickst haben, um einige tausend Euro zu sparen. Da kann der Kanzlerkandidat nur hoffen, dass ihm solche Negativ-Überraschungen wenigstens in seinem sogenannten Kompetenzteam erspart bleiben.  

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Steinbrücks Kompetenzteam

Mitglieder im Team des SPD-Kanzlerkandidaten.

Gesche Joost

Zwölf Personen gehören dem SPD-"Kompetenzteam" an. Die 1974 geborene Designforscherin Gesche Joost soll sich für Steinbrück um den Themenbereich vernetzte Gesellschaft kümmern. Die gebürtige Kielerin ist seit 2010 Professorin an der Berliner Universität der Künste. (Foto: dpa)

Positiv fällt dabei Gesche Joost auf. Die 38 Jahre junge Kielerin wirkt auf der Bühne der SPD-Zentrale zwischen Peer Steinbrück, Thomas Oppermann und Klaus Wiesehügel wie der Frühling, den auch die Sozialdemokraten so sehnlich erwarten. "Ja, wow, die Hütte ist voll. Schön, dass es so ein großes Interesse gibt. Ich freue mich sehr. Das ist meine erste Pressekonferenz. Ich kenne sowas selbst nur  sonst aus dem Fernsehen und ich werde versuchen, mich hier tapfer durchzuschlagen", erklärt die Design-Professorin Gesche Joost, die Peer Steinbrück helfen soll, gerade bei jüngeren Wählern zu punkten, was er selbst bisher nicht so richtig tut.

Und sie soll im Wahlkampf seine Expertin sein für alles, was irgendwie mit dem Internet zu tun hat und dessen Auswirkungen auf unser aller Dasein. "Eine Persönlichkeit, eine Frau, die dieses Feld sehr viel kompetenter abdeckt als zum Beispiel ich es selber je könnte", lobt Steinbrück und Jost kündigt an: "Mein Ziel ist es insgesamt, dass wir ein gemeinsames Bild davon entwickeln, wie wir vernetzt zusammenleben wollen und können. Wir müssen den sogenannten Digital Divide verhindern, das heißt eine Trennung in zwei Klassen der Gesellschaft: derer, die online sind, und dem Rest."

Der erwartbare Experte für das Innere

Zweiter in Steinbrücks Kompetenzteam ist Thomas Oppermann. Mit ihm hatte sowieso fast jeder gerechnet. Der 59-Jährige ist Fraktionsgeschäftsführer der SPD im Bundestag und gilt als ausgewiesener Fachmann für alles Innen- und Rechtspolitische. Auch in diesem so wichtigen Bereich hat man vom früheren Finanzminister Steinbrück bislang nicht allzu viel gehört. "Bei der Innen- und Rechtspolitik geht es natürlich um Freiheit und Sicherheit. Auch diese beiden Bereiche werden von Union und FDP gerne gegeneinander ausgespielt. Das wird es mit mir nicht geben. Freiheit und Sicherheit gehören zusammen", betont Oppermann.

Steinbrück präsentiert Kompetenzteam
R. Kiendl, ARD Berlin
13.05.2013 17:51 Uhr

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Ein Gewerkschaftler für den linken Flügel

Genauso, wie SPD und Gewerkschaften zusammen gehörten, früher mal. Seit Gerhard Schröders Reformagenda sind sich die beiden fremd geworden; und auch Peer Steinbrück gilt bislang nicht gerade als Liebling der Gewerkschaften.

Deshalb - und diese Personalie wird zurzeit am meisten diskutiert - hat sich der Kanzlerkandidat für das entscheidende Thema "Arbeit und Soziales" Klaus Wiesehügel ins Team geholt, den 60-jährigen Chef der IG Bauen-Agrar-Umwelt. "Ich habe zum Beispiel am Sonntag erlebt, wie der Presseclub getagt hat und wie die anwesenden Journalisten sich schnell einig waren: zu alt, zu bullerig und wohl auch nicht geeignet für neue Ideen. Das ist natürlich für mich gerade jetzt eine Herausforderung", sagt Wiesehügel.

SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück stellt Beraterteam vor
nachtmagazin 00:20 Uhr, 14.05.2013, Christian Papesch, ARD Berlin

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Eine Herausforderung für Wiesehügel und Steinbrück wird in den kommenden Monaten sein, zu zeigen, wie sie beide zusammen kämpfen, Seit' an Seit': Hier der Gewerkschafter, ein  leidenschaftlicher Gegner der Hartz-Reformen und der Rente mit 67, dort der Kanzlerkandidat, der all das bisher befürwortet hat. "Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Die SPD wird mit den Gewerkschaften alleine keine Wahlen gewinnen. Aber ohne die organisierte Arbeitnehmerschaft, ohne die Gewerkschaften wird sie Wahlen verlieren. Der Punkt ist, dass Klaus Wiesehügel und ich jetzt nicht über die Agenda 2010 reden, geboren im Frühjahr 2003. Wir reden über die nächste Legislaturperiode. So und daraus wird die gemeinsame Arbeit geboren", erklärt Steinbrück.

Die anderen kommen noch

Dann muss die SPD nur noch die Wahl gewinnen und Peer Steinbrück muss Kanzler werden. Sollte das im Herbst tatsächlich klappen, darf Klaus Wiesehügel sogar Arbeitsminister werden, das hat ihm Steinbrück öffentlich versprochen. Und der Kandidat ist überzeugt, mit diesem Kompetenzteam, weitere Mitglieder sollen in Kürze folgen, an seiner Seite kann er es schaffen. Bleibt nur die Frage: Wie fand Steinbrück die erste Pressekonferenz seiner Internet-Fachfrau Gesche Joost? "1+! Was dachten Sie denn?", lobt Steinbrück sehr zur Freude seiner Wahlkampfexpertin.

Noch wird gelacht, wohl auch in der Hoffnung, dass von der 1+ für Gesche Joost am Ende mehr hängen bleibt als von der mutmaßlichen 5- für Steinbrücks Wahlkampfmanager Heiko Geue.

Stand: 14.05.2013 12:00 Uhr

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