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Das Werben von Altkanzler Helmut Schmidt für eine Kanzlerkandidatur des früheren Finanzministers Peer Steinbrück (beide SPD) hat den linken Flügel der Partei erbost. "Ich verstehe nicht, was dieser Ego-Trip zu diesem Zeitpunkt soll", sagte der Juso-Vorsitzende Sascha Vogt dem "Tagesspiegel". Vogt betonte, "Kanzlerkandidaten werden nicht von Altkanzlern ausgerufen, sondern von der Partei bestimmt".
[Bildunterschrift: Altkanzler Schmidt meint über Steinbrück: "Er kann es" ]
Wenn die SPD klug sei, entscheide sie erst in einem Jahr über ihren Kandidaten, sagte SPD-Präsidiumsmitglied Ralf Stegner ebenfalls im "Tagesspiegel". Auch er betonte, Kanzlerkandidaten würden nicht ausgerufen - "auch nicht von noch so verdienstvollen Politikern". Es gebe zudem mehrere Sozialdemokraten, betonte Stegner, "die das Amt können".
Der 92-jährige Schmidt hatte am Wochenende in Interviews seiner Partei Steinbrück als Kanzlerkandidaten nahegelegt. Steinbrück sagte in der ARD-Sendung "Günther Jauch" zur Kanzlerkandidatenfrage, er werde sich erst äußern, falls ihm der Parteivorsitzende Sigmar Gabriel eine entsprechende Frage stellen würde.
Als mögliche Anwärter für die Kandidatur gelten auch SPD-Chef Gabriel und Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier. Dieser äußerte sich im ARD-Morgenmagazin zurückhaltend zu Schmidts Vorschlägen. Schmidt und Steinbrück seien "zwei Menschen, die ich sehr schätze" und die im Unterschied zu den jetzt Regierenden "manche Krise mit Standfestigkeit und Orientierung überstanden" hätten. Es bleibe aber dabei, dass über die SPD-Kanzlerkandidatur erst im kommenden Jahr entschieden werde.
Rückendeckung erhielt Steinbrück hingegen vom konservativen Flügel der SPD. Steinbrück sei ein guter Krisenmanager und genieße als ehemaliger Bundesfinanzminister viel Vertrauen in der Bevölkerung, sagte der Sprecher des Seeheimer Kreises, Johannes Kahrs, der Zeitung "Die Welt".
Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel will weiter am vorgesehenen Zeitplan für die Kandidatenkür festhalten. Falls es nicht zu vorzeitigen Neuwahlen komme, werde er Ende 2012 oder Anfang 2013 für die Bundestagswahl einen Vorschlag machen, sagte Gabriel. Die Aussage von Altkanzler Schmidt, wonach Steinbrück in der Lage sei, eine Bundesregierung zu führen, halte er "für absolut richtig".
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