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Kleiner Parteitag in Berlin
Die SPD sagt Ja zu ihrem Rentenkompromiss
Die SPD hat nach wochenlangem Streit ein neues Rentenkonzept beschlossen. Der Kompromiss sei bei wenigen Enthaltungen einstimmig beschlossen worden, teilte der SPD-Bundestagsabgeordnete und Parteivorstandsmitglied Carsten Sieling über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Dasselbe hatten zuvor Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Parteikreise gemeldet.
Die Sozialdemokraten hatten über die Neuausrichtung der Rentenpolitik seit dem Vormittag auf einem nichtöffentlichen Parteikonvent in Berlin beraten. Die SPD will unter anderem eine aus Steuern finanzierte "Solidarrente" von 850 Euro für Geringverdiener einführen und die Erwerbsminderungsrente besser ausstatten. Eine vom Alter unabhängige Rente ohne Abzüge soll nach 45 Beitragsjahren möglich sein.
Versprechen an Rentner im Osten
Neu aufgenommen wurde in das Rentenpaket das Versprechen an rund vier Millionen Rentner in Ostdeutschland, dass ihre Altersbezüge unter einer SPD-geführten Bundesregierung bis 2020 auf das Westniveau angehoben werden.
An der Rente mit 67 hält die SPD fest, will sie im Fall einer Regierungsübernahme aber aussetzen, wie bereits vor einem Jahr beschlossen. Die seit diesem Jahr laufende Heraufsetzung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre bis zum Jahr 2029 soll erst dann fortgesetzt werden, wenn die Hälfte aller 60- bis 64-Jährigen sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist. Derzeit sind es weniger als 30 Prozent.
Kritik von Linkspartei und FDP
Linkspartei-Chef Bernd Riexinger bezeichnete das Rentenkonzept als Mogelpackung. "Es ist einfach nur absurd, die Sicherung des Rentenniveaus bei 50 Prozent zu versprechen, wenn es dank der rot-grünen Rentenkürzungsprogramme schon jetzt nach amtlicher Berechnung unter 50 Prozent liegt", sagte er. Die SPD habe im Kern beschlossen, bis 2020 die Hände in den Schoß zu legen und nichts gegen die weitere Senkung des Rentenniveaus zu unternehmen.
Auch die FDP kritisierte das Konzept. "Die SPD und ihr Kanzlerkandidat Peer Steinbrück kuschen vor den Parteilinken und distanzieren sich von ihrer eigenen Regierungspolitik", erklärte Fraktionsvize Heinrich Kolb. Das Rentenkonzept führe allein für das Jahr 2030 zu Mehrausgaben in Höhe von 35 Milliarden Euro. Es sei daher finanzpolitisch abenteuerlich und belaste einseitig die junge Generation. Eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit sei notwendig, um die Stabilität der Alterssicherungssysteme zu gewährleisten.
Stand: 24.11.2012 14:57 Uhr
