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Steinbrück ist Kanzlerkandidat

Steinbrück wird SPD-Kanzlerkandidat

Der überrumpelte Sigmar Gabriel

Peer Steinbrück soll Kanzlerkandidat der SPD werden - so verkündete es Parteichef Gabriel am Nachmittag bei einer eilends einberufenen Pressekonferenz. Wohl nicht ganz freiwillig - denn eigentlich wollte die SPD frühestens Ende des Jahres entscheiden, wer gegen Angela Merkel antritt.

Von Dietmar Riemer, NDR, ARD-Hauptstadtstudio Berlin

Um 15:18 Uhr war es parteiamtlich: "In Abstimmung mit den Mitgliedern des SPD-Parteivorstands werde ich für den kommenden Montag zu einer Sondersitzung des SPD-Parteivorstands einladen und Peer Steinbrück für die Bundestagswahl 2013 als Kandidaten für das Amt des Bundeskanzlers vorschlagen", verkündete SPD-Chef Gabriel.

Die Kandidatenfrage ist damit geklärt, wenngleich auch nicht fahrplanmäßig. Denn das hatte sich Gabriel ein bisschen anders vorgestellt. Heute Morgen noch in München, und plötzlich, um 10:28 Uhr, kommt die dpa-Eilmeldung unter Berufung auf die "Bild"-Zeitung: Steinmeier habe hingeworfen, Steinbrück werde es.

Zeitplan komplett durcheinandergewirbelt

Also so schnell wie möglich nach Berlin - und man merkte Gabriel an: Das hat ihm nicht gefallen. "Sie wissen, dass ich beabsichtigt hatte, diese Nominierung erst nach einer auch formalen Beendigung der Rentendebatte in der SPD vorzunehmen. Deshalb hatte ich ursprünglich vor, die Nominierung auf dem kleinen Parteitag der SPD am 24. November bekannt zu geben und für den 9. Dezember nach Hannover, zum ordentlichen Nominierungsparteitag der SPD für den Kanzlerkandidaten, einzuladen", so Gabriel.

Frank-Walter Steinmeier
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Steinmeier verzichtet auf die Kandidatur.

Parteichef Sigmar Gabriel
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Gabriel liegt in Umfragen weit hinter Steinbrück.

Dieser Zeitplan ist nun geplatzt. Gabriel musste alles dafür tun, dass er wenigstens bei der Präsentation des Kanzlerkandidaten Herr des Verfahrens blieb. Dabei wusste er doch schon länger Bescheid: "Frank-Walter Steinmeier hat mir vor etwa vier Wochen mitgeteilt, dass eine erneute Kandidatur für ihn ausgeschlossen sei. Ich habe das zu respektieren, und Peer Steinbrück hat mir zum gleichen Zeitpunkt mitgeteilt, dass er zur Verfügung steht."

Vorbild Wahlkämpfer Schröder

Dass Steinbrück zur Verfügung stehen würde, war seit Monaten gar nicht zweifelhaft. Steinbrück brannte schon lange für den Job, und er ist auch sicher, dass er es packen kann: "Es ist erkennbar, dass diese Bundesregierung in einem Jahr nicht wieder bestätigt wird. Aber wir wollen nicht nur, dass sie teilweise ersetzt wird, sondern wir wollen, dass sie durch eine rot-grüne Regierung ersetzt wird", so Steinbrück.

Ein klares Koalitionsbekenntnis also - und ein Vorbild hat der Kanzlerkandidat auch: "Derjenige, an dem ich mir ein Beispiel nehmen will als großer Wahlkämpfer, und der dabei auch erkennbar aufgeblüht ist, ist kein anderer als Gerhard Schröder. Das heißt, ich empfinde diese Funktion als Kanzlerkandidat der SPD keineswegs nur als Pflicht und Verpflichtung, sondern ich werde mit all denjenigen, die in meiner Partei mir behilflich sind, deutlich machen, dass wir zu 200 Prozent versuchen ein Wahlergebnis zu erzielen, das uns in eine strategische Position bringt, die nächste Bundesregierung zu bilden."

Steinbrück soll SPD-Kanzlerkandidat werden
tagesthemen 22:00 Uhr, 28.09.2012, Sabine Rau, ARD Berlin

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Und diese strategische Position kann natürlich auch eine Ampel mit der FDP beinhalten. Einige lassen schon schön grüßen von dort, wie zum Beispiel Wolfgang Kubicki aus Kiel, der ja nach Berlin wechseln will. Und Frank-Walter Steinmeier? Nun, er bleibt Fraktionsvorsitzender: "Ich hab mich entschlossen für eine Kanzlerkandidatur 2013 nicht zur Verfügung zu stehen. Ich habe diese Entscheidung vor einiger Zeit Sigmar Gabriel mitgeteilt. Lieber Sigmar, ich habe mich ganz herzlich dafür zu bedanken, dass du sie respektiert hast."

"Am Ende behält Helmut Schmidt immer Recht"

Und der "liebe Sigmar" nahm es dann doch noch mit Humor, dass ihm der Zeitplan heute entglitten war: "Nun kommt es im Leben manchmal etwas anders, als man es plant. Sonst wäre es auch langweilig und sie dürfen versichert sein: Eines ist die SPD nie - langweilig. Und ich finde eines zeigt die Nominierung auch. In der SPD ist alles wie früher - am Ende behält Helmut Schmidt immer Recht."

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Stand: 28.09.2012 19:25 Uhr

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SPD-Kanzlerkandidatur

Das Rennen um die Kanzlerkandidatur der SPD ist wohl entschieden. Laut ARD-Hauptstadtstudio steht Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier für den Posten nicht zur Verfügung. Damit läuft alles auf den früheren Finanzminister Peer Steinbrück hinaus. Ist er der richtige Kandidat?

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