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SPD-Chef Gabriel in den tagesthemen "Ich bin zufrieden"

Stand: 11.12.2015 21:36 Uhr

Geschwächt? Nein, er gehe jetzt nicht geschwächt zurück in seinen Hauptberuf als Vizekanzler und Wirtschaftsminister, sagt SPD-Chef Gabriel im Interview mit den tagesthemen. Sein schlechtes Wahlergerbnis sieht er nicht nur negativ. "Wir haben unseren Kurs geklärt."

Er wollte Rückenwind für die Bundestagswahl und den Kampf ums Kanzleramt haben. Doch der SPD-Parteitag versetzte Sigmar Gabriel einen schweren Schlag. Nur 74,3 Prozent der Delegierten wählten Gabriel erneut zum SPD-Chef - nur Oskar Lafontaine schnitt 1995 schlechter ab.

"Ich bin zufrieden", sagt Gabriel im Interview mit den tagesthemen. Und nein, er gehe nicht geschwächt zurück in seinen Hauptberuf als Vizekanzler und Wirtschaftsminister einer Großen Koalition. Im Gegenteil. Nach Ansicht Gabriels hat die SPD ihren Kurs geklärt. Und das sei gut. "Ich bin der Meinung, die SPD muss sich mehr in die Mitte bewegen. Andere meinten, die Partei müsse sich weiter links orientieren", erklärte er, was da beim Parteitag passiert sei. Diesen Streit müsse eine Partei austragen und damit die Dinge klären. Und nun sei mit Drei-Viertel-Mehrheit entschieden worden, wo es langgehe.

SPD-Chef Sigmar Gabriel im Gespräch mit Thomas Roth
tagesthemen 21:45 Uhr, 11.12.2015

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Ja, seine Rede sei nachdenklich gewesen, bejahte Gabriel. Aber die Zeiten seien im Moment auch nicht für "Reden mit der Pauke" geeignet, sagte er mit Blick auf die Flüchtlingskrise und die daraus resultierenden großen Probleme in den Kommunen. Und gerade in der Flüchtlingspolitik habe die SPD auf dem Parteiatg gute Beschlüsse gefasst.

"Wir haben jetzt Klarheit über unseren Kurs", resümmierte Gabriel, erkennbar bemüht, die Wahlschlappe wegzulächeln. Auf seine eigene Person bezogen, sagte er: "Politiker müssen auch mal ein Risiko eingehen."

Nahles zur Gabriel-Wahl

"Ein bisschen Wind wirft dich nicht um."
(Andrea Nahles zu SPD-Chef Sigmar Gabriel und dessen schwachem Wahlergebnis auf dem Parteitag.)

Gabriel steht seit 2009 an der Spitze der Partei. Damals hatte er noch 94,2 Prozent der Stimmen bekommen. Seitdem hatten sich die Resultate kontinuierlich verschlechtert. 2013 hatte er 83,6 Prozent bekommen. Der schwere Dämpfer kommt nun zu einer denkbar ungünstigen Zeit. Gabriel und sein Umfeld hatten sich ein Signal der Rückendeckung für die Bundestagswahl 2017 und die geplante Kanzlerkandidatur erhofft - vergebens. Nach Einschätzung von Tina Hassel, Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios, ist nun keinesfalls gesichert, dass Gabriel überhaupt noch als Kanzlerkandidat antritt.

Vize-Chefs und Generalsekretärin gewählt

Neben Gabriel wählten die Parteitagsdelegierten auch seine Stellvertreter sowie eine neue Generalsekratärin als Nachfolgerin von Yasmin Fahimi. Sie alle erhielten erheblich bessere Wahlergebnisse als der Chef. Das beste Ergebnis gab es für Familienministerin Manuela Schwesig, die 92,2 Prozent der Delegierten als Partei-Vize bestätigten. Hier ein Überblick über die Vize und ihre Wahlergebnisse in Bildern:

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Das SPD-Spitzenpersonal

Sigmar Gabriel

Die SPD hat bei ihrem Parteitag in Berlin ihre Führungsmannschaft neu gewählt und dabei nur ihrem Vorsitzenden Sigmar Gabriel einen Denkzettel verpasst. Alle sechs Vize-Vorsitzenden erreichten bessere Ergebnisse als Gabriel, der nur 74,3 Prozent der Stimmen bekam. Wer was ist und bleiben will - eine Übersicht. | Bildquelle: REUTERS

Und obwohl SPD-Chef Gabriel die Juristin Katarina Barley als neue Generalsekretärin ausgeguckt hatte, musste sie kein schlechtes Ergebnis einstecken, bekam stattdessen einen Vertrauensvorschuss: Für Barley stimmten 93,0 Prozent der Delegierten. Barley sitzt erst seit 2013 im Bundestag und war bislang Justiziarin der SPD-Fraktion.

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