SPD-Parteichef Martin Schulz und seine Wunschkandidatin für den Fraktionsvorsitz, Andrea Nahles. | Bildquelle: REUTERS

Neue SPD-Fraktion Mit Personalrochaden in die neue Rolle

Stand: 27.09.2017 09:11 Uhr

Von der Ministerin zur Fraktionsvorsitzenden - heute soll Andrea Nahles von ihren SPD-Kollegen an die Spitze gewählt werden. Doch die Personalrochade in der Partei verläuft alles andere als reibungslos. Gestern kündigte Generalsekretär Heil seinen Rückzug an.

Ihre neue Rolle hat die SPD für sich festgelegt: Als starke Oppositionskraft will die Partei künftig im Bundestag mitmischen. Nur wer dabei genau welche Rolle spielen soll - dabei hakelt es noch ziemlich.

Fest steht: Arbeitsministerin Andrea Nahles soll die SPD-Fraktion anführen. Heute soll die 47-Jährige auf der konstituierenden Fraktionssitzung zur Chefin gewählt werden. Überraschungen dürfte es wohl kaum geben, immerhin wurde Nahles einstimmig vom Fraktionsvorstand nominiert. Auch wenn innerhalb der SPD gemurrt wurde, nachdem Parteichef Martin Schulz mit der Personalie bereits einen Tag nach der Wahl an die Öffentlichkeit ging - einigen Parteikollegen ging das dann doch etwas zu schnell.

Doch missgestimmte Töne werden von Noch-Fraktionschef Thomas Oppermann übertüncht: Das Amt an der Spitze der Bundestagsfraktion sei "maßgeschneidert für Andrea Nahles". Erstmals werde eine Frau an der Spitze der SPD-Fraktion stehen. "Wir werden jünger, wir werden weiblicher."

Konservative gegen Heil

Zumindest dieser Punkt des SPD-Personalplans dürfte also aufgehen. Holpriger wird es beim Flügelmann der Fraktionsspitze - dem parlamentarischen Geschäftsführer. Der Wunschkandidat für diesen Posten war für Schulz und Nahles SPD-Generalsekretär Hubertus Heil. Einst als Notfall-Lösung in dieses Parteiamt geholt, hatte Heil den Wahlkampf geleitet und sollte nun Nahles' rechte Hand in der Fraktion werden. Eine Funktion, die Heil gern übernommen hätte.

Doch der rechte Flügel der SPD hat seine eigenen Pläne, wer parlamentarischer Geschäftsführer werden soll. Die Konservativen wollen den Thüringer Haushaltsexperten Carsten Schneider im Amt sehen - und scheinen das auch durchboxen zu können.

Heil wirft hin

Schneider setzte sich damit auch gegen seinen zwei Jahre jüngeren Mitbewerber Lars Klingbeil aus Niedersachsen durch. Beide gehören zum konservativen "Seeheimer Kreis", der den einflussreichen Posten beansprucht hatte, da Nahles als Fraktionschefin dem linken Flügel zugerechnet wird.

Heil reagierte auf das Personalgerangel frustriert und kündigte als Konsequenz an, vom Posten des Generalsekretärs zurückzutreten. Künftig wolle er nur noch als Abgeordneter tätig sein.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 27. September 2017 um 12:00 Uhr.

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