Kisten mit den Stimmzetteln der Mitgliederbefragung zur KroKo treffen in der SPD-Parteizentrale ein. | Bildquelle: REUTERS

SPD-Mitgliederentscheid Jetzt zählt's

Stand: 04.03.2018 08:06 Uhr

Die Entscheidung in der SPD-Parteizentrale naht. Ab 9.15 Uhr wird das Ergebnis der Mitgliederbefragung verkündet. Der kommissarische Parteichef Scholz sprach von einer "sehr, sehr hohen Beteiligung".

Haben sich die SPD-Mitglieder für eine Große Koalition mit der Union ausgesprochen oder nicht? Die Auszählung der Stimmzettel fand über Nacht in der SPD-Parteizentrale im Willy-Brandt-Haus in Berlin statt. Um 9 Uhr will die SPD das Ergebnis verkünden.

Ausgezählt werden die Stimmzettel von 120 ehrenamtlichen Helfern aus allen SPD-Landesverbänden. Dies findet unter Aufsicht einer von den Landes- und Bezirksverbänden entsandten Mandatsprüfungs- und Zählkommission statt, der Prozess wird zudem von einem Notar kontrolliert.

Damit das Wahlgeheimnis gewahrt bleibt, mussten die Helfer ihre Telefone abgeben, die Glasfront des Willy-Brandt-Hauses war zudem mit Sichtschutzfolie abgeklebt worden. Stimmberechtigt waren 463.723 SPD-Mitglieder. 2013 hatte es bei dem ersten Koalitionsvotum der Mitglieder eine Zustimmung von rund 75 Prozent zur Großen Koalition gegeben. Dieses Mal ist das Rennen völlig offen.

Nahles rechnet mit gutem Ergebnis

Die designierte SPD-Vorsitzende Andrea Nahles rechnet mit einem Ja der Basis. Über etwas anderes "spekuliere ich auch gar nicht", sagte Nahles bei einer Klausurtagung des SPD-Vorstands. "Bei so einem schönen Sonnenschein sollten wir uns nur auf gute Nachrichten gefasst machen".

Scholz: "Das führt zusammen"

Optimistisch zeigte sich auch der kommissarische SPD-Chef Olaf Scholz. Fest stehe bereits jetzt, dass es eine "sehr, sehr hohe Beteiligung" an der GroKo-Abstimmung gegeben habe, lobte er das Engagement der Parteimitglieder.

Das Ergebnis der Mitgliederbefragung werde auf jeden Fall dazu beitragen, dass die SPD "geschlossen weitergeht". Das Basisvotum sei eine "gute demokratische Veranstaltung". Sehr viele in der Partei SPD hätten sich beteiligt und mitdiskutiert, sagte er. "Das führt zusammen, und das spürt man jetzt schon."

Raum für Zukunftsdebatten

Auf der zweitägigen Klausurtagung sollen auch Fragen der künftigen politischen Aufstellung der SPD besprochen werden. "Wir wollen Raum schaffen für Zukunftsdebatten in der SPD", sagte Nahles und kündigte an: Die Partei werde sich "auf Herz und Nieren prüfen, ob unsere Antworten für die Zukunft auch ausreichen".

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 03. März 2018 um 14:00 Uhr.

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